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Zum Auftakt des dreitägigen Staatsbesuchs von Chinas Staatschef Xi Jinping in Washington hat die US-Regierung die Aussetzung ihrer Zusatzzölle auf chinesische Importe um weitere zwei Monate verlängert. US-Finanzminister Scott Bessent gab bekannt, dass die Zollpause nun bis zum 10. Januar 2027 gilt. Zuvor war der Aufschub bis zum 10. November befristet.
Busan-Abkommen erneut verlängert
Grundlage ist das sogenannte Busan-Abkommen, das Trump und Xi im Oktober 2025 im südkoreanischen Busan geschlossen hatten. Es sieht unter anderem das Aussetzen hoher gegenseitiger Zusatzzölle vor. Bessent verwies auf mehrere Vorbereitungsgespräche mit Chinas Vizepremier He Lifeng. Die Verlängerung schaffe Zeit, um wirtschaftliche Fragen weiter zu klären, so Bessent.
Im Frühjahr 2025 hatten sich die USA und China mit Gegenzöllen von bis zu 145 beziehungsweise 125 Prozent überzogen. Im Mai 2025 einigten sich beide Seiten in Genf zunächst auf eine 90-tägige Aussetzung, die seitdem mehrfach verlängert wurde. Eine chinesische Bestätigung der jüngsten Verlängerung lag zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht vor.
Mehr als ein Zollstreit
Der Konflikt zwischen Washington und Peking reicht über Zölle hinaus. Die USA halten Exportkontrollen auf Halbleiter und KI-Chips aufrecht. China kontert mit Exportkontrollen auf seltene Erden, für die ausländische Unternehmen Genehmigungen des chinesischen Handelsministeriums benötigen.
Das Verfahren gilt laut Handelskammern als intransparent. Lizenzen werden teils ohne Begründung verweigert. Washington kritisierte bereits im Vorfeld des Staatsbesuchs, dass China seine Zusage zur zuverlässigen Lieferung seltener Erden nicht einhalte. Peking begründet die Kontrollen offiziell mit dem Ziel, militärische Nutzung dieser Rohstoffe zu verhindern.
Bedeutung für Industrieunternehmen
Für produzierende Betriebe, die seltene Erden oder chinesische Vorprodukte beziehen, bringt die Verlängerung kurzfristige Planungssicherheit. Bis Januar 2027 entfallen die US-Zusatzzölle vorerst. Das Genehmigungsverfahren für seltene Erden aus China bleibt jedoch weiterhin unsicher.
Unternehmen, die auf Neodym, Dysprosium oder andere kritische Rohstoffe angewiesen sind, sollten die Entwicklungen genau verfolgen. Eine strukturelle Entspannung ist nicht erkennbar. Die Verlängerung ist ein taktisches Signal, kein strategischer Kurswechsel.
Staatsbesuch mit Wirtschaftsprogramm
Xi Jinping traf am Mittwochabend Ortszeit auf einem Militärflugplatz nahe Washington ein. Trump empfing ihn mit militärischen Ehren. Für die drei Besuchstage sind neben bilateralen Gesprächen auch Treffen mit Vertretern der US-Technologiewirtschaft geplant, darunter Tesla-Chef Elon Musk, Amazon-Gründer Jeff Bezos, Google- und Alphabet-Chef Sundar Pichai sowie Apple-Chef Tim Cook.
Xi bezeichnete das laufende Jahr laut Chinas Staatsagentur Xinhua als entscheidendes Jahr für die bilateralen Beziehungen. Beide Länder sollten Partner sein, keine Rivalen. Konkrete Vereinbarungen wurden bis Redaktionsschluss nicht gemeldet.
Fazit
Die erneute Verlängerung der Zollpause signalisiert Gesprächsbereitschaft, löst aber keine der strukturellen Spannungen. Exportkontrollen, Rohstoffabhängigkeiten und Technologierestriktionen bleiben bestehen. Das Zeitfenster bis Januar 2027 ist für Einkäufer und Produktionsverantwortliche nutzbar, taugt aber nicht als Grundlage für langfristige Lieferkettenentscheidungen ohne Alternative.




















