Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Geda hat einen akkubetriebenen Zahnstangenlift für Windkraftanlagen vorgestellt, der schon während des Turmbaus genutzt werden kann. Das Modell SH 250 W arbeitet mit Lithium-Ionen-Akkus, erreicht Fahrhöhen bis 210 Meter und hat Platz für zwei Personen sowie Material. Das Konzept richtet sich vor allem an Betreiber und Errichter hoher Windenergieanlagen.
Einsatz ab dem ersten Meter Turmbau
Konventionelle Seilaufzüge sind erst nach vollständiger Turmfertigstellung nutzbar. Das Einhängen der Seile im oberen Bereich ist Voraussetzung. Häufig dürfen diese Systeme erst nach der Gesamtabnahme der Anlage in Betrieb gehen.
Der Zahnstangenlift von Geda setzt früher an. Die Führungsprofile starten am Boden und wachsen mit dem Turmaufbau mit. Monteure können den Lift damit bereits in der Installationsphase nutzen. Das entfällt das Klettern im Turm in vielen Arbeitsphasen, reduziert körperliche Belastung und senkt das Unfallrisiko auf der Baustelle.
Technische Grenzen von Seilsystemen bei großen Höhen
Windkraftanlagen werden höher. Max Bögl und Vestas haben in Winnberg bei Sengenthal die nach eigenen Angaben höchste Serien-Windenergieanlage der Welt fertiggestellt. In Deutschland sind derzeit 70,8 Gigawatt Windleistung in Betrieb, weitere 49,1 Gigawatt sind genehmigt. Der Trend zu größeren Nabenhöhen ist eindeutig.
Mit der Höhe steigen die mechanischen Anforderungen an die Innenausstattung der Türme. Bei rund 200 Meter Turmhöhe kann die seitliche Auslenkung des Turms bis zu zwei Meter in beide Richtungen betragen. Seilsysteme reagieren darauf empfindlich. Schlagende Seile beschädigen sich selbst oder Innenstrukturen. Austausch und Wartung erzeugen Stillstandszeiten. Das Sicherheitsseil für das Personal lässt sich vor Erreichen des oberen Turmbereichs nicht vollständig prüfen.
Der Zahnstangenantrieb ist mechanisch an das Führungssystem gebunden und damit unabhängig von Turmschwingungen. Das System funktioniert auch bei starken Turmauslenkungen ohne Beeinträchtigung des Fahrbetriebs.
Montage, Service und Austausch mitgedacht
Der Lift lässt sich stehend und liegend transportieren. Ein spezielles Transportgestell ermöglicht den Einbau auch unter beengten Verhältnissen. Im Turm kann die Maschine liegend mit einem zerlegbaren Rohrgerüst aufgerichtet werden.
Für den Servicefall ist die Anlage ohne Demontage des Führungssystems zugänglich. Die Maschine kann auf das Transportgestell gefahren, gelöst und entnommen werden. Das Konzept berücksichtigt ausdrücklich auch den Rückbau nach mehr als 25 Jahren Betrieb.
Führungssystem ohne klassische Querverbindungen
Das Führungssystem verzichtet auf klassische Querverbindungen. Die notwendige Steifigkeit wird über die ohnehin erforderlichen Wandanbindungen erreicht. Das spart Material und reduziert den Montageaufwand im Turm.
Fernwartung und digitale Fehlerdiagnose
Das System hat eine Online-Fernwartung. Betreiber und Serviceteams können den Betriebszustand vor einem Einsatz aus der Ferne prüfen. Im Fahrkorb ist ein Touchdisplay verbaut. Eine bildbasierte Fehlerdiagnose unterstützt auch weniger erfahrene Anwender bei der Fehlerbehebung vor Ort.
Ungeplante Stillstände lassen sich damit früher erkennen. Für Betreiber mit mehreren Anlagen ist das wirtschaftlich relevant. Jede Stunde Stillstand einer leistungsstarken Anlage bedeutet entgangenen Ertrag.
Fazit
Der Zahnstangenlift SH 250 W von Geda adressiert ein konkretes Problem: Seilsysteme stoßen bei hohen Türmen an technische Grenzen. Das neue System ist früher nutzbar, wartungsfreundlicher und reagiert stabiler auf Turmauslenkungen. Für Errichter und Betreiber großer Windenergieanlagen lohnt eine Prüfung des Konzepts, besonders wenn Projekte mit Nabenhöhen über 150 Meter geplant sind. In Deutschland sind fast 50 Gigawatt Windleistung genehmigt, was auf einen wachsenden Bedarf an solchen Lösungen hindeutet.



















