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Österreichs Wirtschaftsministerium hat am 21. August 2026 die Eckpunkte einer Reform der Solarförderung vorgestellt. Ab 2027 soll das bestehende System unter dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) grundlegend neu aufgestellt werden. Die breite Subvention kleiner Photovoltaik-Dachanlagen läuft aus. Stattdessen sollen Batteriespeicher und intelligente Energiemanagementsysteme (EMS) gefördert werden.

Auslöser: Förderbudget in 33 Sekunden aufgebraucht

Der Reformdruck ist konkret. Beim jüngsten Fördercall war das verfügbare Budget in 33 Sekunden ausgeschöpft. Tausende Anträge auf Investitionszuschüsse für Photovoltaik-Anlagen und Speicher gingen leer aus. Bis zum dritten und letzten Fördercall im Oktober will das Ministerium einen Reformentwurf vorlegen.

Was sich ändert

Kein „First come, first serve“ mehr

Das bisherige Windhund-Prinzip entfällt. Förderanträge sollen künftig nach Fertigstellung und Rechnungslegung gestellt werden. Das Ministerium nennt als Vorbild den österreichischen Handwerkerbonus. Für Betriebe, die Anlagen planen, bedeutet das mehr Planungssicherheit.

Fokus auf Speicher und Systemdienlichkeit

Kleine Standard-Dachanlagen werden aus der Förderung herausgenommen. Gefördert werden sollen künftig Batteriespeicher, intelligente EMS für Haushalte und Betriebe sowie die Nachrüstung bestehender Photovoltaik-Anlagen mit Speicher und Energiemanagement. Gebäudeintegrierte Photovoltaik, Agri-PV, Parkplatzüberdachungen, schwimmende Anlagen und Lärmschutzwand-PV bleiben förderfähig. Der sogenannte „Made in Europe“-Bonus wird beibehalten.

Strittiger Speicherbedarf: 8 oder 3 bis 5 Gigawatt?

Das Wirtschaftsministerium hat eine eigene Speicherstudie in Auftrag gegeben. Deren erste Ergebnisse nennen bis zu 8 Gigawatt marktorientierte Speicherleistung als volkswirtschaftlich sinnvoll bis 2030. Die Regulierungsbehörde E-Control hatte zuvor einen Bedarf von 3 bis 5 Gigawatt genannt. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer forderte daraufhin Nachbesserungen von der Behörde.

Zum Vergleich: Derzeit sind in Österreich Batteriespeicher mit einer Kapazität von mehr als 3,2 Gigawattstunden installiert. Der Großteil davon hat weniger als 50 Kilowattstunden Kapazität. Hinzu kommen 6,2 Gigawatt Pumpspeicherleistung.

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Je nach Szenario sollen zusätzliche Batteriespeicher den Großhandelspreis bis 2030 um bis zu 2 Euro je Megawattstunde senken. Das ist ein Richtwert aus der Ministeriumsstudie, keine gesicherte Prognose.

Konflikt mit E-Control über Systemdienlichkeit

Das Ministerium übt auch Druck auf die E-Control aus. Die Regulierungsbehörde arbeitet derzeit an Kriterien für systemdienliche Speicher sowie an einer Neuregelung der Netzentgelte. Das Ministerium hält die bisher vorgesehenen Kriterien für zu eng gefasst. Die Rahmenbedingungen müssten praxistauglich sein, damit der Speicherausbau nicht durch zu strenge Voraussetzungen gebremst werde. Zu einer Einigung ist es bislang nicht gekommen.

Branche begrüßt Richtung, mahnt Tempo an

Der Bundesverband Photovoltaic & Battery Austria (PV&B Austria) unterstützt die Stoßrichtung grundsätzlich. Branchenvertreter und die FPÖ erinnern allerdings daran, dass die beklagten Probleme und viele der angekündigten Lösungsansätze seit Jahren bekannt sind. Die Forderung lautet: weniger Ankündigungen, mehr Umsetzung.

Fazit

Für Industrieunternehmen und Mittelständler in Österreich, die Photovoltaik mit Speicher betreiben oder planen, ändert sich der Förderrahmen ab 2027 grundlegend. Die Nachrüstung bestehender PV-Anlagen mit Speicher und EMS wird förderfähig. Das schafft einen konkreten Anreiz für Investitionen in die Eigenversorgung. Offen bleibt, wie streng die E-Control die Systemdienlichkeitskriterien zieht. Das entscheidet mit, welche Speicherprojekte tatsächlich von erleichterten Genehmigungsverfahren profitieren. Der Entwurf soll noch vor Oktober vorliegen.