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Der Werkzeugbauer WFT Werkzeug- und Frästechnik GmbH aus Delligsen in Niedersachsen stellt seinen Betrieb zum 30. September 2026 ein. Insolvenzverwalter Nikolas Otto gab das Scheitern der Investorensuche am 1. September 2026 bekannt. Für 51 Beschäftigte endet damit ein fast dreißigjähriges Kapitel.
Investorensuche scheitert trotz breiter Ansprache
Die Suche nach einem Übernehmer war breit angelegt. Rund 360 potenzielle Investoren wurden kontaktiert. Mit zwei Interessenten verhandelte die Insolvenzverwaltung konkret. Beide Gespräche scheiterten. Eine Einigung, die laut Insolvenzverwalter sowohl den Unternehmenswert widerspiegelt als auch den Mitarbeitern eine Perspektive geboten hätte, kam nicht zustande.
Das Insolvenzverfahren wurde am 1. August 2026 vom Amtsgericht Holzminden eröffnet. Bereits ab dem 12. Mai 2026 hatte das Gericht eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Der Insolvenzverwalter führte den Geschäftsbetrieb nach Verfahrenseröffnung einen Monat lang vollständig weiter, ohne laufende Insolvenzgeldzahlungen. Dieser Schritt sollte Zeit für eine Käuferlösung schaffen. Er blieb ohne Ergebnis.
Ausproduktion bis Ende September mit reduzierter Belegschaft
Ende August 2026 sprach der Insolvenzverwalter den Großteil der Belegschaft aus. Von ursprünglich 51 Beschäftigten verbleiben 18 Mitarbeiter im Betrieb. Sie arbeiten bis zum 30. September die verbleibenden Großaufträge im Rahmen der sogenannten Ausproduktion ab. Danach endet der Geschäftsbetrieb.
Die bestehenden Aufträge, darunter Großprojekte und einige kleinere Neuaufträge, reichten nicht aus, um den Betrieb wirtschaftlich zu stabilisieren. Das war ein zentrales Argument für potenzielle Käufer, die keine tragfähige Grundlage sahen.
Spezialist für schwere Werkzeuge, Kunden aus Automobil und Luftfahrt
WFT wurde 1997 gegründet und spezialisierte sich auf Vorserien- und Serienwerkzeuge. Das Unternehmen fertigte Werkzeuge mit einem Gewicht von bis zu 50 Tonnen. Zu den Abnehmern zählten Unternehmen aus der Automobilindustrie, der Bahn- und Luftfahrtbranche sowie der Medizintechnik.
Als Insolvenzgrund nannte das Unternehmen Liquiditätsprobleme. Ursache waren schwache Auslastung und niedrige Umsätze in den Wintermonaten 2025 auf 2026 sowie verzögerte Zahlungseingänge von Kunden. Hinzu kam ein erhöhter Vorfinanzierungsbedarf für neu akquirierte Aufträge. Die Kombination dieser Faktoren machte eine Überbrückung ohne externe Mittel unmöglich.
Fazit
Für Einkäufer in der Automobil- und Luftfahrtindustrie bedeutet das Aus eines weiteren Werkzeugbauers weniger Kapazität für schwere Vorserientechnik in Deutschland. Wer WFT als Lieferanten nutzte, muss Alternativquellen prüfen. Die 51 freigesetzten Fachkräfte, viele davon mit Erfahrung in der Präzisionsfertigung, stehen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.




















