Ein Stromausfall dauert in Deutschland im Durchschnitt nur wenige Minuten pro Jahr – doch für produzierende Betriebe können schon diese Minuten teuer werden. Stehende Maschinen, abgebrochene Prozesse, verlorene Daten oder unterbrochene Kühlketten verursachen Kosten, die in keinem Verhältnis zur kurzen Ausfalldauer stehen. Notstromfähige Photovoltaikanlagen rücken deshalb zunehmend in den Fokus.

Eine herkömmliche Photovoltaikanlage hilft bei einem Netzausfall zunächst nicht weiter. Aus Sicherheitsgründen schaltet sich der Wechselrichter ab, sobald das öffentliche Netz wegfällt – andernfalls bestünde Gefahr für Personen, die an der Leitung arbeiten. Erst die Kombination aus Anlage, Batteriespeicher und einer entsprechenden Notstrom- oder Ersatzstromfunktion macht das System bei Ausfällen nutzbar.

Technisch unterscheidet man zwei Stufen. Die Notstromfunktion stellt nach kurzer Umschaltzeit eine begrenzte Versorgung bereit, etwa für ausgewählte Steckdosen oder zentrale Geräte. Die anspruchsvollere Ersatzstromfunktion übernimmt nahezu unterbrechungsfrei und kann definierte Bereiche eines Betriebs länger versorgen. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Prozesse wirklich kritisch sind und wie lange sie überbrückt werden müssen.

Genau hier beginnt die eigentliche Planungsarbeit. Es gilt zu klären, welche Verbraucher im Ernstfall weiterlaufen müssen, wie hoch deren Leistungsbedarf ist und welche Speicherkapazität notwendig ist, um eine realistische Ausfallzeit zu überbrücken. Eine pauschale Lösung von der Stange gibt es nicht. Fachbetriebe wie Giesbrecht PV analysieren deshalb zuerst das Lastprofil eines Betriebs, bevor sie Anlage und Speicher dimensionieren.

Besonders relevant ist das Thema für Branchen mit empfindlichen Prozessen: Lebensmittelverarbeitung mit Kühlung, Betriebe mit IT-gestützter Fertigung, Tierhaltung mit Lüftungsanlagen oder Unternehmen, die laufende Bestellsysteme und Server nicht unterbrechen dürfen. Für sie ist die Notstromfähigkeit kein Komfortmerkmal, sondern Teil des Risikomanagements – vergleichbar mit einer Versicherung, die sich im Alltag zusätzlich durch Eigenverbrauch bezahlt macht.

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Denn das ist der entscheidende Unterschied zu einem reinen Notstromaggregat: Die notstromfähige Photovoltaikanlage arbeitet 365 Tage im Jahr produktiv. Sie senkt im Normalbetrieb die Energiekosten, erhöht die Unabhängigkeit vom Versorger und steht zugleich als Absicherung bereit. Ein Dieselaggregat dagegen kostet Geld, ohne im Normalfall einen Nutzen zu liefern – es muss gewartet, betankt und regelmäßig getestet werden, ohne je zur Wertschöpfung beizutragen.

Ein praktisches Beispiel ist ein Verarbeitungsbetrieb mit Kühlhaus. Fällt der Strom für mehrere Stunden aus, droht der Verlust der gesamten gekühlten Ware. Eine Anlage mit ausreichend dimensioniertem Speicher und Ersatzstromfunktion hält die Kühlung in dieser Zeit aufrecht. Die Investition in die Notstromfähigkeit ist dann oft schon nach einem einzigen vermiedenen Schadensfall gerechtfertigt – alles Weitere ist Zugewinn.

Zu beachten ist allerdings, dass eine Notstromlösung gewartet sein will. Die Umschaltfunktion und der Speicher sollten regelmäßig geprüft werden, damit sie im Ernstfall zuverlässig arbeiten. Seriöse Fachbetriebe bieten dafür Wartungspakete an und weisen das Personal ein, damit im Ausfall niemand improvisieren muss. Auch die Frage, welche Stromkreise im Notbetrieb versorgt werden, sollte dokumentiert und im Betrieb bekannt sein.

Betriebe, die über eine solche Lösung nachdenken, sollten frühzeitig einen Fachbetrieb einbinden. Wichtig sind eine ehrliche Bedarfsanalyse, eine saubere Trennung der notstromversorgten Stromkreise und eine ausführliche Einweisung des Personals. Wird das beachtet, verbindet eine notstromfähige Photovoltaikanlage zwei Ziele, die gerade für den industriellen Mittelstand zunehmend zusammengehören: dauerhaft niedrigere Energiekosten und verlässliche Betriebssicherheit, auch wenn das öffentliche Netz einmal schwächelt.