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Die US-Regierung hat den nationalen Notstand für die Stromversorgung ausgerufen. Präsident Donald Trump unterzeichnete eine Exekutivorder, die den Erwerb und Einbau bestimmter im Ausland hergestellter elektrischer Betriebsmittel für das US-Übertragungsnetz untersagt. Betroffen sind auch zugehörige Software und digitale Steuerungsfunktionen, die nach Einschätzung der Regierung ein „unangemessenes“ Risiko für die nationale Sicherheit darstellen könnten.

Sicherheitsrisiko Lieferkette

Das Weiße Haus begründet den Schritt mit einer „außergewöhnlichen Bedrohung“ durch im Ausland gefertigte Netzkomponenten. Ausländische Akteure könnten über eingebaute Technik Zugang zum Stromnetz erlangen und kritische Infrastruktur lahmlegen, heißt es in der Mitteilung. Konkrete Herkunftsländer nennt die Regierung nicht. Gemeint sind offenkundig vor allem chinesische Hersteller.

Chinas Außenamtssprecher Lin Jin wies die Maßnahme zurück. Peking lehne es ab, das Konzept der nationalen Sicherheit zu verallgemeinern und ausländische Unternehmen zu benachteiligen. China erwarte ein diskriminierungsfreies Umfeld für Firmen aller Länder in den USA.

Die Order verpflichtet Netzbetreiber und Behörden, bestehende Infrastruktur auf bereits verbaute ausländische Komponenten zu prüfen. Die Bedingungen für deren Weiterbetrieb sollen geklärt werden. Das betrifft Transformatoren, Schaltanlagen und digitale Steuerungssysteme im Hochspannungsbereich.

Wachsende Abhängigkeit trotz Abschirmung

Das Weiße Haus räumt selbst ein, dass die Abhängigkeit von ausländischen Bauteilen gestiegen ist. Als Treiber nennt es das Wachstum der KI-Industrie, den Ausbau von Rechenzentren und die gesteigerte Rüstungsproduktion. Beide Bereiche belasten das Stromnetz erheblich und erfordern zusätzliche Infrastruktur. Diese bezieht die USA zu wesentlichen Teilen aus dem Ausland.

Das ist das strukturelle Problem hinter dem Dekret: Ein Verbot lässt sich schnell erlassen, die Lieferketten dahinter lassen sich nicht ebenso schnell umbauen. Für amerikanische Netzbetreiber entsteht dadurch kurzfristig Investitionsdruck ohne gesicherte inländische Bezugsalternativen.

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Drohnen, Domains, Cyberangriffe: Breiteres Sicherheitsmuster

Die Stromnetz-Order steht nicht allein. Die US-Regierung hatte zuvor Zölle von bis zu 100 Prozent auf Drohnen aus dem Ausland angekündigt, die ab 3. September 2026 gelten. Auch diese Maßnahme wurde mit nationaler Sicherheit begründet und trifft vor allem chinesische Hersteller, die den US-Markt dominieren.

Parallel dazu ordnete das US-Justizministerium gemeinsam mit dem FBI die Beschlagnahme mehrerer Internetdomains an. Diese wurden demnach als Plattformen für Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur genutzt, darunter die US-Notenbank, mehrere Bundesministerien und der Senat. Die dahinterstehende Gruppe sei in China ansässig und werde von der Volksrepublik unterstützt, teilte das Ministerium mit.

Was das für Unternehmen mit USA-Geschäft bedeutet

Für europäische und deutsche Industrieunternehmen mit Produktion, Tochtergesellschaften oder Lieferbeziehungen in den USA ergibt sich konkreter Handlungsbedarf. Wer elektrische Betriebsmittel, Steuerungstechnik oder Netzkomponenten in die USA liefert oder dort verbaut, muss prüfen, ob die eigenen Produkte unter die neue Verbotsregelung fallen könnten.

Besonders relevant ist das für Anbieter von Transformatoren, Hochspannungsschaltanlagen, Leittechnik und industrieller Automatisierung im Energiebereich. Viele dieser Produkte haben lange Vorlaufzeiten und sind in laufenden Großprojekten vertraglich gebunden. Nachträgliche Anforderungen durch US-Behörden könnten Projekte verzögern oder Nachbesserungspflichten auslösen.

Auch Einkaufsabteilungen in der US-Industrie stehen vor Fragen: Welche verbauten Komponenten stammen aus betroffenen Ländern? Welche Prüfpflichten ergeben sich aus der Order? Die genauen Anforderungen hängen von der noch ausstehenden Ausführungsverordnung ab.

Fazit

Die USA bauen ihre Abschirmung kritischer Infrastruktur systematisch aus. Der Schwerpunkt liegt auf dem Stromnetz, die Logik gilt aber für weitere Bereiche. Für Unternehmen mit US-Bezug ist das kein abstraktes geopolitisches Thema, sondern ein konkretes Compliance-Thema. Wer jetzt nicht prüft, ob eigene Produkte oder Lieferketten betroffen sind, riskiert später Zeitdruck unter ungünstigen Bedingungen.

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