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Volkswagen kalkuliert intern mit Gesamtkosten von 16 Milliarden Euro für den laufenden Konzernumbau. Das geht aus Informationen hervor, die einer mit dem Vorgang vertrauten Person zufolge auf einem Aufsichtsratsbeschluss der vergangenen Woche basieren. Der Konzern bestätigte die Zahlen nicht, lehnte aber auch eine inhaltliche Gegendarstellung ab.
Werke in vier Städten auf dem Prüfstand
Vier deutsche Standorte stehen zur Disposition: Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm. Für Emden und Zwickau sind jeweils rund eine Milliarde Euro eingeplant. Für Hannover und Neckarsulm rechnet der Konzern mit je zwei Milliarden Euro. Allein für die mögliche Stilllegung der Fertigungskapazitäten summiert sich das auf sechs Milliarden Euro.
In Emden und Zwickau produziert VW derzeit Elektrofahrzeuge. Hannover ist das Zentrum der Nutzfahrzeugsparte. Neckarsulm gehört zur Audi-Gruppe. Ob die Produktion an diesen Standorten ab 2031 tatsächlich ausläuft, ist noch nicht entschieden. Der Aufsichtsrat hat die finale Beschlussfassung vertagt.
Zehn Milliarden für den Stellenabbau weltweit
Der größere Kostenblock entfällt auf den Personalabbau. Bis zu 60.000 Stellen sollen weltweit wegfallen, dafür sind zehn Milliarden Euro vorgesehen. Ein Teil des Abbaus soll sozialverträglich erfolgen, über Instrumente wie Altersteilzeit oder Abfindungen. Ein anderer Teil ist nach Insider-Angaben ohne solche Instrumente geplant.
Konkret bedeutet das: Der Konzern geht davon aus, dass er nicht alle Trennungen freiwillig gestalten kann. Das erhöht das Risiko arbeitsrechtlicher Auseinandersetzungen, insbesondere in Deutschland mit seinem starken Betriebsverfassungsrecht.
Renditeziel bis 2030: neun Prozent
Hinter dem Umbau steht ein klares Renditeziel. Vorstandschef Oliver Blume will die operative Marge bis 2030 auf neun Prozent steigern. In den vergangenen Jahren hat Volkswagen diese Marke nicht dauerhaft erreicht. Die Zielvorgabe gilt für den Gesamtkonzern, zu dem neben VW Pkw auch Audi, Porsche, Seat, Skoda und weitere Marken gehören.
Der Aufsichtsrat hat dem Sanierungskonzept grundsätzlich zugestimmt. Das war überraschend, weil Arbeitnehmervertreter traditionell starken Einfluss im VW-Aufsichtsrat haben. Die Zustimmung zeigt, dass der wirtschaftliche Druck auf den Konzern groß ist.
Was das für Zulieferer und Regionen bedeutet
Für Unternehmen, die direkt oder indirekt an VW-Standorten liefern, ergeben sich konkrete Planungsrisiken. Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm sind keine isolierten Werke. Um jeden Standort existiert ein dichtes Netz aus Tier-1- und Tier-2-Lieferanten, Logistikdienstleistern und Servicebetrieben.
Vor allem in strukturschwächeren Regionen wie dem Raum Zwickau, wo der VW-Standort ein wesentlicher Arbeitgeber ist, würde ein Produktionsauslauf die lokale Wirtschaftsstruktur erheblich belasten. Kommunen, die auf Gewerbesteuereinnahmen aus dem Automobilsektor angewiesen sind, müssen mittelfristig mit Einbußen rechnen.
Für Einkäufer in der Zulieferindustrie gilt: Bestehende Rahmenverträge mit VW-Bezug sollten auf Laufzeit und Abhängigkeitsgrad geprüft werden. Eine Konzentration auf einen einzigen Großabnehmer in diesem Umfeld trägt erkennbare Risiken.
Fazit
Die Kostenschätzung von 16 Milliarden Euro ist eine interne Planungsgröße, keine verbindliche Zusage. Die endgültige Entscheidung über Werksschließungen steht noch aus. Für die Zulieferindustrie, für Personalverantwortliche in der Region und für Investoren bleibt die Unsicherheit über Standortentscheidungen vorerst bestehen.




















