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Volkswagen greift auch in den eigenen Führungsebenen durch. Konzernchef Oliver Blume hat bei Betriebsversammlungen in Emden und Zwickau angekündigt, das Management des Konzerns um ein Viertel zu verkleinern. Kein Unternehmensbereich soll von den Sparmaßnahmen ausgenommen werden.

Stellenabbau trifft Führungskräfte und Zentralfunktionen

Der Abbau betrifft Konzernstellen, zentrale Funktionen sowie Bereiche in Entwicklung und Vertrieb – also die Kostenpositionen außerhalb der direkten Fahrzeugproduktion. Blume machte deutlich, dass alle Ebenen einen Beitrag leisten müssten. „Alle Bereiche müssen ihren Teil beitragen“, sagte er in Emden.

Im Werk Emden beschäftigt Volkswagen rund 8.000 Mitarbeitende. Blume verwies darauf, dass die Arbeitskosten am Standort in Ostfriesland mehr als doppelt so hoch seien wie an vergleichbaren europäischen Werken. Das sei keine Kritik, sondern eine wirtschaftliche Realität, an der sich der Standort messen lassen müsse.

Betriebsratschef Manfred Wulff kritisierte Managementfehler und forderte Klarheit für die Belegschaft. Eine verbindliche Standortzusage für Emden steht weiterhin aus.

Wolfsburg: Bis zu 25.000 Stellen in Deutschland auf dem Prüfstand

Bereits einen Tag zuvor hatte Blume auf einer Betriebsversammlung in Wolfsburg die Dimensionen des Personalabbaus beziffert. Von rund 50.000 denkbaren Stellenstreichungen in Deutschland soll die Hälfte umgesetzt werden, also bis zu 25.000 Stellen. Der Konzern will dabei so weit wie möglich auf freiwillige Instrumente setzen: Renteneintritte, Altersteilzeit und natürliche Fluktuation.

Die IG Metall zeigte sich mit dem Auftritt in Wolfsburg unzufrieden. Bezirksleiter Thorsten Gröger kritisierte, Blume habe „viel geredet und doch wenig gesagt“. Bei zentralen Fragen sei der Vorstand konkrete Antworten schuldig geblieben. Die Gewerkschaft fordert Investitionen in Produkte und Produktionsverfahren statt reinen Kostenverzicht.

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Zwickau als Referenz, aber ohne gesicherte Auslastung

Im Werk Zwickau lobte Blume die Belegschaft ausdrücklich. Das Werk habe Kosten gesenkt, Abläufe verbessert und den vereinbarten Personalumbau planmäßig vorangebracht. Dennoch fehle auch dort eine wettbewerbsfähige Auslastung für die 2030er-Jahre. Werksschließungen seien jedoch nicht beschlossen.

Für die Standorte Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm will Blume innerhalb von sechs bis zwölf Monaten tragfähige Perspektiven entwickeln. Die Werke in Hannover und Neckarsulm hat er noch nicht besucht.

Was das für Zulieferer und Mittelstand bedeutet

Für Unternehmen, die direkt oder indirekt von VW-Aufträgen abhängen, verschärft sich die Planungsunsicherheit. Der angekündigte Abbau in Entwicklung und Vertrieb verändert Entscheidungswege und Ansprechpartner auf Kundenseite. Weniger Managementstellen bedeuten kürzere Entscheidungshierarchien, möglicherweise aber auch längere Reaktionszeiten bei laufenden Projekten.

Zulieferer in der Region Emden und Zwickau stehen vor der Frage, wie sich die Auslastungslücken der 2030er-Jahre auf ihre eigenen Kapazitätsplanungen auswirken. Eine verbindliche Standortentscheidung durch VW steht noch aus.

Fazit

Volkswagen kürzt nun auch im eigenen Management. Der Abbau von 25 Prozent der Führungsstellen zeigt, dass der Konzern seinen Sparkurs konsequent umsetzt und dabei auch die eigene Hierarchie nicht ausnimmt. Für Zulieferer und Partner bleibt die Lage unübersichtlich, klare Standortentscheidungen fehlen. Ob die angekündigten Perspektiven innerhalb der genannten sechs bis zwölf Monate Substanz gewinnen, ist offen.