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Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW haben im ersten Halbjahr 2026 gemeinsam rund 284 Milliarden Euro Umsatz erzielt. Das sind 2,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die 19 weltweit größten Automobilkonzerne steigerten ihre Erlöse zusammen um 3,6 Prozent auf knapp 1.048 Milliarden Euro. Das zeigt eine Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY.

Drittes Umsatzminus in Folge

Für die deutschen Konzerne ist es das dritte Minus im ersten Halbjahr nacheinander. Im Konzernranking der 19 untersuchten Hersteller belegen Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz die Plätze 16, 17 und 19. Den stärksten Umsatzzuwachs verzeichnete Tesla, dahinter folgten Suzuki und Geely. 15 der 19 Konzerne erzielten ein Umsatzplus.

Noch deutlicher ist der Rückstand beim Betriebsergebnis. Das Ebit der drei deutschen Hersteller sank um 19,0 Prozent auf 13,0 Milliarden Euro – der niedrigste Wert seit dem Pandemiejahr 2020. Die US-Hersteller Ford, General Motors und Tesla legten beim Ebit um 32,9 Prozent zu. Das Ebit aller betrachteten Konzerne stieg um 11,4 Prozent auf 43,7 Milliarden Euro.

Strukturelle Kostennachteile belasten Marge

EY-Branchenexperte Constantin Gall spricht von einer Profitabilitätskrise. Die deutschen Hersteller verlören Marktanteile und Ertragskraft. Internationale Wettbewerber stabilisierten ihre Margen, während VW, Mercedes-Benz und BMW bei Gewinn und Rendite zurückfallen.

Als Ursache nennt Gall strukturelle Kostennachteile am Produktionsstandort Deutschland. Hohe Energiepreise, geringe Lohnkostenproduktivität und aufwendige Bürokratie belasten die Werke. Was lange als Qualitätsmerkmal galt, werde unter diesen Bedingungen zur Belastung. Notwendige Anpassungen ließen sich in Deutschland nicht konsequent umsetzen. Gall zufolge suchen die deutschen Konzerne daher Standorte im Ausland.

China: Vom wichtigsten Markt zum größten Risiko

Besonders schwer wiegt der Einbruch in China. Von Januar bis Juni verzeichneten die drei deutschen Hersteller dort einen Absatzrückgang von 25 Prozent. Der Anteil Chinas am Gesamtabsatz von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW fiel binnen eines Jahres von 28,9 auf 23,5 Prozent.

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Gall beschreibt den Wandel deutlich: Der chinesische Markt habe sich von der „Cashcow“ zum Sorgenkind entwickelt. Teure Premiumfahrzeuge verkaufen sich angesichts schwacher Konjunktur schlechter. Im Elektrosegment bevorzugen chinesische Käufer einheimische Marken. Ein Minus in dieser Größenordnung lasse sich kurzfristig in anderen Regionen nicht ausgleichen, so Gall. Das laufende Europa-Geschäft kann den Rückgang nicht kompensieren.

Chinesische Konkurrenz unter Druck, aber mit wachsendem Europaanteil

Auch die chinesischen Automobilkonzerne stehen unter Druck. Ihr weltweiter Absatz sank im ersten Halbjahr um acht Prozent. In Europa legten sie um 44 Prozent zu. Der Preiswettbewerb im Heimatmarkt und die Expansionskosten belasten deren Ergebnisse ebenfalls, wie Gall erläutert. Für die deutschen Zulieferer und Produktionsstandorte bedeutet das: Der Wettbewerb in Europa wird härter, unabhängig von der Entwicklung in China.

Fazit

Die EY-Analyse zeigt: VW, Mercedes-Benz und BMW verlieren gegenüber der internationalen Konkurrenz bei Umsatz und Marge. Die Ursachen liegen in schwachen Märkten und in strukturellen Kostennachteilen am Heimatstandort. Für Zulieferer, Produktionsleiter und Einkäufer in der deutschen Automobil- und Mittelstandsbranche bedeutet das: Die Investitionsbereitschaft der großen Hersteller in Deutschland dürfte weiter sinken. Wer in der Lieferkette dieser Konzerne arbeitet, sollte die Abhängigkeit von einzelnen Abnehmern und Märkten überprüfen.