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Volkswagen gibt seinem geplanten Elektro-Einstiegsmodell einen neuen Namen. Laut einem Bericht des spanischen Fachmagazins Motor.es wird der Kleinstwagen nicht ID 1, sondern ID Up heißen. Die Namensgebung greift auf eine frühere Baureihe zurück: Der VW Up war von 2011 bis 2023 das kleinste Modell im Wolfsburger Programm. Die Markteinführung ist für 2027 geplant, die Premiere soll auf der IAA Mobility im September 2027 stattfinden.
Technische Eckdaten: MEB+ und Rivian-Software
Technische Basis des ID Up ist die Frontantriebsplattform MEB+. Zahlreiche Komponenten übernimmt VW vom größeren ID Polo. Als Energiespeicher ist eine LFP-Batterie (Lithium-Eisenphosphat) mit weniger als 40 kWh Kapazität vorgesehen. LFP-Zellen sind langlebiger und günstiger als herkömmliche NMC-Chemie, haben aber eine geringere Energiedichte.
Eine neue Software- und Elektronikarchitektur aus der Kooperation zwischen VW und dem US-Elektrofahrzeughersteller Rivian kommt hinzu. Dieses sogenannte SDV-Framework, kurz für Software-Defined Vehicle, soll Over-the-Air-Updates und eine stärker zentralisierte Fahrzeugelektronik ermöglichen. Der ID Up wäre damit das erste Modell im VW-Konzern, das vollständig auf dieser Plattform aufbaut.
Zielpreis 20.000 Euro: Kampfansage an Renault, Citroën und Leapmotor
VW nennt einen Basispreis von rund 20.000 Euro. Damit liegt der ID Up deutlich unterhalb des ID Polo. Im Segment trifft er auf den Renault Twingo E-Tech, den Citroën ë-C3 sowie den chinesischen Leapmotor T03. Der Markt für günstige Elektrokleinwagen ist eng, der Margendruck hoch.
Für Fuhrparkverantwortliche und Flottenmanager im Mittelstand ist der Preispunkt relevant. Fahrzeuge unter 20.000 Euro können in bestimmten Anwendungsfällen, etwa innerstädtischen Werkstatt- oder Servicefahrten, wirtschaftlich interessant sein. Ob VW den Zielpreis in der Serienversion halten kann, ist bislang offen.
Produktion in Palmela: VW setzt auf Portugal
Gebaut wird der ID Up im VW-Werk in Palmela, rund 30 Kilometer südlich von Lissabon. Der Standort wird derzeit für die Fertigung eines Elektrofahrzeugs umgerüstet. Palmela produziert seit den 1990er-Jahren Fahrzeuge für VW und gehört zum festen Produktionsnetzwerk des Konzerns in Europa.
Für VW ist die Standortwahl auch strategisch: Der Konzern will zeigen, dass kostengünstige Elektrofahrzeuge nicht ausschließlich in China hergestellt werden müssen. Chinesische Anbieter wie BYD, Chery oder Leapmotor produzieren mit deutlich niedrigeren Fertigungskosten. Ob das Werk in Palmela bei einem Zielpreis von 20.000 Euro kostendeckend arbeiten kann, wird die zentrale Frage für den Projekterfolg sein.
Fazit
Mit dem ID Up testet VW, ob sich ein günstiges Elektrofahrzeug zu europäischen Lohnkosten rentabel bauen lässt. Für Zulieferer und Komponentenhersteller im VW-Umfeld lohnt ein Blick auf die Plattformstrategie: MEB+ und die Rivian-Softwarearchitektur werden Einkauf und Entwicklungsanforderungen in den kommenden Jahren prägen. Die Entscheidung über den Seriennamen ist ein erstes konkretes Signal, dass das Projekt Fahrt aufnimmt.




















