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Die Verhandlungen zwischen den USA und Kanada sind gescheitert. Seit dem 22. August 2026 gelten neue US-Strafzölle von 50 Prozent auf bestimmte kanadische Produkte. US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer gab das Scheitern unmittelbar vor Ablauf der Verhandlungsfrist bekannt. Die Zölle traten um Mitternacht Ortszeit in Kraft.

Was die neuen Zölle erfassen

Betroffen sind kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar, umgerechnet gut 17 Milliarden Euro. Das ist ein vergleichsweise kleiner Anteil der gesamten kanadischen Exporte in die USA. Aus handelsrechtlicher Sicht geht die Maßnahme dennoch weit: Washington hat erstmals auch Waren einbezogen, die unter das nordamerikanische Freihandelsabkommen CUSMA fallen. Dieses Abkommen, das Trump in seiner ersten Amtszeit selbst ausgehandelt hatte, ist damit direkt angegriffen.

Rechtlich stützt sich die US-Regierung auf ein Handelsgesetz aus dem Jahr 1930. Dieses Instrument erlaubt der Exekutive weitreichende Eingriffe in den Warenverkehr ohne Zustimmung des Kongresses.

Schuldzuweisungen auf beiden Seiten

Greer machte Kanada für das Scheitern verantwortlich. Ottawa habe sich geweigert, ein Handelsabkommen zu Konditionen abzuschließen, die zuvor bereits vereinbart worden seien. Der kanadische Premierminister Mark Carney widersprach. Die von Washington vorgelegten Bedingungen seien unfair gewesen. Carney hat seine Unterhändler nach Ottawa zurückbeordert und Gegenzölle im gleichen finanziellen Umfang angekündigt.

Ursprünglich sollten die neuen Zölle bereits in der Nacht zum Mittwoch in Kraft treten. Trump verschob dies kurzfristig um drei Tage mit Verweis auf eine angebliche Grundsatzeinigung. Die anschließenden Verhandlungen brachten kein Ergebnis.

Freihandelsabkommen weiter formal gültig

Das nordamerikanische Freihandelsabkommen bleibt vorerst in Kraft. Es verlängert sich automatisch Jahr um Jahr, solange kein Mitgliedsland, also die USA, Kanada oder Mexiko, es formal kündigt. Derzeit laufen Verhandlungen über eine Verlängerung für 16 Jahre. Die USA verweigern bislang eine Zusage. Für Unternehmen gilt: Die vertragliche Grundlage besteht, wird aber durch Sonderzölle faktisch ausgehebelt.

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Bedeutung für Industrie und Einkauf

Für deutsche Unternehmen mit Lieferketten in Nordamerika verschärft sich die Lage. Betriebe, die Vorprodukte aus Kanada beziehen oder Waren über kanadische Zwischenstationen in die USA liefern, müssen mit veränderten Kalkulationsgrundlagen rechnen. Besonders betroffen sind Branchen, die auf kanadisches Aluminium, Stahl oder Holz angewiesen sind.

Einkaufsabteilungen sollten prüfen, welche Lieferantenanteile über Kanada laufen und wie die neuen Zölle auf die Einstandspreise durchschlagen. Wie lange die Maßnahme gilt, lässt sich derzeit nicht sagen. Die politische Lage zwischen Washington und Ottawa bleibt instabil.

Fazit

Mit dem Inkrafttreten der 50-Prozent-Abgaben ist der Zollstreit zwischen den USA und Kanada in eine neue Phase eingetreten. Ein rasches Ende ist nicht absehbar. Für Industrieunternehmen, die nordamerikanische Lieferketten nutzen, besteht konkreter Handlungsbedarf bei der Risikoabschätzung und der Vertragsprüfung.