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Ein Handelsabkommen zwischen den USA und Kanada ist nicht in Sicht. US-Präsident Donald Trump hatte zunächst erklärt, es gebe eine Einigung. Stunden später relativierte er: Die USA würden „wahrscheinlich“ ein Abkommen schließen. Für Unternehmen, die auf stabile Lieferketten zwischen beiden Ländern angewiesen sind, bleibt die Lage unsicher.

Drei Tage Aufschub statt Durchbruch

Trump setzte die neuen US-Zölle auf kanadische Importe kurzfristig aus. Die Pause gilt für drei Tage. Als Begründung nannte er laufende Verhandlungen über das Ölpipeline-Projekt Keystone XL. Die geplanten Zölle betreffen Importe aus Kanada im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar.

Kanadas Ministerpräsident Mark Carney erklärte, beide Seiten bewegten sich auf eine Einigung zu. Gleichzeitig betonte er, Kanada baue parallel eine stärkere und unabhängigere Volkswirtschaft auf. Eine klare Zusage zu konkreten Bedingungen blieb aus.

Autozölle bleiben der zentrale Streitpunkt

Einem möglichen Abkommen zufolge sollen die Zölle auf in Kanada produzierte Pkw und Lkw von 25 auf 15 Prozent sinken. Die kanadische Automobilindustrie hält auch diesen Satz für existenzbedrohend und drängt auf eine Absenkung auf 10 Prozent.

Ob die Frage der Autozölle in dieser Woche geklärt wird, ist offen. Eine Alternative wäre, die Entscheidung bis zur planmäßigen Überprüfung des Freihandelsabkommens zwischen USA, Mexiko und Kanada zu vertagen. Diese Überprüfung wird sich voraussichtlich bis 2027 hinziehen.

Vorgeschichte: Stahl, Aluminium, nationale Sicherheit

Die USA hatten im vergangenen Jahr Zölle auf kanadischen Stahl, Aluminium und Fahrzeuge verhängt. Als Rechtsgrundlage diente ein Gesetz zur nationalen Sicherheit. Kanada reagierte mit Gegenmaßnahmen. Ministerpräsident Carney sprach wiederholt von einem Handelskrieg.

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Das Keystone-XL-Pipeline-Projekt, das Trump als Verhandlungsmasse einsetzt, hatte Amtsvorgänger Joe Biden im Jahr 2021 gestoppt. Die Betreiber legten das Vorhaben danach zu den Akten. Trump versucht nun, das Projekt als Teil eines breiteren Handelspakets neu zu verhandeln.

Was das für Einkauf und Produktion bedeutet

Für Unternehmen mit Lieferbeziehungen nach Nordamerika bleibt die Planungsgrundlage dünn. Die Zollsituation kann sich innerhalb weniger Stunden verändern, wie die Ereignisse dieser Woche zeigen. Ein dauerhaftes Abkommen ist nicht vor Ende der laufenden Verhandlungsrunde zu erwarten.

Besonders betroffen sind Betriebe, die Stahl oder Aluminium aus Kanada beziehen oder Fahrzeugteile in nordamerikanischen Lieferketten beschaffen. Der Unterschied zwischen einem Zollsatz von 15 und 25 Prozent auf Fahrzeuge kann bei größeren Beschaffungsvolumina die Kalkulation erheblich verschieben.

Fazit

Die Situation zwischen den USA und Kanada bleibt ungeklärt. Ein kurzfristiger Aufschub ist kein Abkommen. Unternehmen sollten Vertragsklauseln zu Zollrisiken und Preisgleitformeln prüfen. Wer auf stabile Einfuhrbedingungen aus Kanada setzt, trägt derzeit ein erhöhtes Kalkulationsrisiko.