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Teradyne Robotics A/S hat vor dem Einheitlichen Patentgericht (UPC) in Kopenhagen Klage gegen die deutsche Tochtergesellschaft des chinesischen Roboterherstellers Jaka eingereicht. Der dänische Konzern, Muttergesellschaft von Universal Robots, wirft Jaka die Verletzung von Patenten im Software- und Hardwarebereich vor. Betroffen sind kollaborative Roboter, die Jaka in der EU vermarktet.

Zweite Klage in Europa binnen eines Jahres

Das Verfahren gegen Jaka ist das zweite IP-Verfahren von Teradyne Robotics in Europa im Jahr 2026. Früher in diesem Jahr reichte das Unternehmen in Deutschland Klage gegen die Tochtergesellschaft eines weiteren chinesischen Roboterherstellers ein. Damals ging es um Urheberrechtsverletzungen an der Software von Universal Robots. Beklagte in jenem Verfahren war eine mit Elite Robots verbundene Gesellschaft.

Teradyne Robotics A/S hält die strittigen Patente als dänische Tochtergesellschaft von Teradyne, Inc. Sie beziehen sich auf Technologien des Geschäftsbereichs Universal Robots. Da mutmaßliche Verletzungshandlungen unter anderem in Dänemark stattgefunden haben sollen, wurde die Klage bei der Lokalkammer des UPC in Kopenhagen eingereicht.

Reichweite eines UPC-Urteils

Das UPC wurde geschaffen, um Patentstreitigkeiten in Europa effizienter zu bündeln. Ein Urteil des Gerichts gilt grundsätzlich in allen teilnehmenden Staaten. Derzeit gehören 18 EU-Mitgliedstaaten dem Übereinkommen an. Im vorliegenden Fall könnte eine Entscheidung in 17 dieser Staaten unmittelbar wirksam werden. Teradyne bezieht auch Länder außerhalb des UPC-Systems in das Verfahren ein, darunter das Vereinigte Königreich und Spanien.

Für Unternehmen, die Jaka-Cobots einsetzen oder deren Beschaffung planen, ist das relevant. Sollte das UPC eine einstweilige Verfügung oder ein Verbot aussprechen, könnte der Vertrieb betroffener Modelle in weiten Teilen Europas kurzfristig eingeschränkt werden.

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Kollaborative Roboter im Fokus des Patentschutzes

Kollaborative Roboter, kurz Cobots, arbeiten ohne Schutzzaun direkt neben Menschen. Universal Robots gilt als Pionier dieses Segments und hält ein umfangreiches Patentportfolio. Chinesische Hersteller wie Jaka haben in den vergangenen Jahren europäische Marktanteile gewonnen, häufig mit günstigeren Preisen.

Mit diesen Verfahren signalisiert Teradyne, dass das Unternehmen Schutzrechte konsequent durchsetzen will. Die Strategie, zunächst Unterlassungsaufforderungen zu versenden und dann vor Gericht zu ziehen, zeigte sich bereits im Fall Elite Robots. Ob Jaka auf ein ähnliches Muster trifft, wird das laufende Verfahren zeigen.

Fazit

Für Einkaufs- und Produktionsverantwortliche in der Industrie bedeutet das Verfahren zweierlei: Das Beschaffungsrisiko bei Cobots chinesischer Anbieter, die in Europa juristisch unter Druck stehen, steigt. Und die Reichweite eines möglichen UPC-Urteils zeigt, wie schnell europaweite Lieferverbote entstehen können. Wer Investitionsentscheidungen im Bereich Cobot-Automatisierung trifft, sollte den Ausgang dieser Verfahren beobachten.