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Vier Automobilhersteller unter den fünf beliebtesten Arbeitgebern Deutschlands: Das Trendence-Institut hat rund 13.000 Studierende befragt, darunter knapp 3.000 aus den Ingenieurwissenschaften. BMW, Audi, Porsche und Mercedes-Benz belegen vier der fünf Spitzenplätze. Einziger Nicht-Automobilist in dieser Gruppe ist Airbus, der seinen Vorjahresplatz auf Rang vier verteidigt.

Markenstärke schlägt Krisenschlagzeilen

Die deutschen Automobilkonzerne stehen seit Jahren unter erheblichem Druck. Stellenabbau, der Umbau zur Elektromobilität und sinkende Absatzzahlen in wichtigen Märkten bestimmen die Schlagzeilen. Die Anziehungskraft dieser Unternehmen auf den Ingenieurnachwuchs bleibt davon unberührt.

Autohersteller bieten Ingenieurstudierenden ein breites Spektrum an Fachgebieten: Antriebstechnik, Software, Fahrzeugsicherheit, Fertigungsplanung. Dazu kommen etablierte Einstiegsprogramme, Werksstudentenstellen und ein dichtes Netz an Hochschulkooperationen. Für Berufseinsteiger bleibt das attraktiv, auch wenn die Konzerne intern umbauen.

Für Personalverantwortliche im Mittelstand ist das ein nüchterner Befund: Große Namen mit globaler Präsenz binden Talente früh, oft schon im Studium über Praktika oder Abschlussarbeiten.

Rheinmetall und Lufthansa Technik legen zu

Abseits der Automobildomäne zeigt das Ranking eine merkliche Verschiebung. Rheinmetall und Lufthansa Technik gewinnen bei Ingenieurstudierenden an Zustimmung. Rheinmetall profitiert von gestiegenen Verteidigungsausgaben und dem damit verbundenen Einstellungsbedarf. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren seine Belegschaft deutlich ausgebaut und kommuniziert das offensiv in Richtung Hochschulen.

Lufthansa Technik spricht Studierende mit technischem Schwerpunkt in der Luft- und Raumfahrt an. Der Standort Hamburg ist einer der größten Arbeitgeber für Flugzeugwartung und Modifikation in Europa. Beide Unternehmen zeigen, dass Branchen außerhalb des klassischen Fahrzeugbaus aufholen können, wenn Einstellungssignale klar sind.

Was das für Personalverantwortliche im Mittelstand bedeutet

Mittelständische Unternehmen tauchen in solchen Rankings selten auf. Das liegt nicht an fehlender Qualität der Arbeitsplätze, sondern an Sichtbarkeit. Wer keine Hochschulpartnerschaften unterhält, keine Werkstudentenprogramme anbietet und in der Außenwahrnehmung kaum präsent ist, verliert das Rennen um Ingenieurtalente früh.

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Das Trendence-Ranking misst Präferenz, nicht Zufriedenheit. Viele Absolventen, die einen Automobilkonzern als Wunscharbeitgeber nennen, landen letztlich woanders. Der Fachkräftemangel in der Produktion, im Anlagenbau und in der Messtechnik ist real. Er entsteht auch, weil Talente in der Studienphase schlicht nicht wissen, was kleinere und mittlere Unternehmen ihnen bieten könnten.

Frühzeitige Bindung als Gegenstrategie

Unternehmen, die Ingenieure brauchen, müssen früher ansetzen. Praxissemester, Abschlussarbeiten und direkte Hochschulkontakte sind kein Luxus, sondern Rekrutierungsinstrument. Wer erst nach dem Abschluss in den Wettbewerb eintritt, konkurriert gegen fertige Markenbilder großer Konzerne.

Die Befragungsergebnisse liefern auch eine implizite Botschaft für Automobilzulieferer: Selbst innerhalb derselben Branche sind die Präferenzen eindeutig auf die OEMs ausgerichtet, also auf die Fahrzeughersteller selbst. Zulieferer haben strukturell dieselbe Aufgabe wie der Mittelstand insgesamt: Sichtbarkeit schaffen und konkrete Angebote machen, bevor die Talente sich festgelegt haben.

Fazit

Das Trendence-Ranking 2026 bestätigt, was Personalverantwortliche bereits wissen: Große Automarken dominieren die Wunschliste des Ingenieurnachwuchses. Rheinmetall und Lufthansa Technik zeigen, dass andere Branchen aufholen können, wenn Wachstumssignale klar sind. Für den industriellen Mittelstand bleibt die Konsequenz dieselbe: Wer Ingenieure gewinnen will, muss sichtbar werden, bevor die Entscheidung gefallen ist.