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Sunfire hat im Industriepark Lausitz in Schwarzheide den Spatenstich für eine Testanlage zur Hochtemperatur-Elektrolyse gesetzt. Dort soll die bislang leistungsstärkste SOEC-Produktgeneration des Dresdener Unternehmens unter industriellen Bedingungen validiert werden. Die SOEC-Technologie (Solid Oxide Electrolysis Cell, dt. Festoxid-Elektrolyse) arbeitet bei hohen Temperaturen und erzielt laut Herstellerangaben Wirkungsgrade von bis zu 89 Prozent LHV, AC.

Abwärme als Effizienzfaktor

Der wesentliche Vorteil der Hochtemperatur-Elektrolyse liegt in der Nutzung verfügbarer Prozesswärme. Industriebetriebe, die ohnehin Abwärme erzeugen, können diese direkt in den Elektrolyseprozess einspeisen. Das senkt den Strombedarf je produzierter Einheit Wasserstoff gegenüber herkömmlichen Niedertemperatur-Verfahren. Für energieintensive Branchen wie die Chemie oder Stahlerzeugung ist das ein relevanter Kostenfaktor.

Der Industriepark Lausitz, betrieben von BASF Infraservice & Solutions Lausitz, liefert genau dieses Umfeld. BASF ist als Chemiekonzern ein Großabnehmer von Wasserstoff. Am Stammwerk in Ludwigshafen erzeugt das Unternehmen bis zu 200.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr, bislang fast ausschließlich durch Dampfreformierung aus Methan. Der Schwarzheider Standort bietet damit reale Testbedingungen im industriellen Maßstab.

Technologie unter Bewährungsdruck

Die SOEC-Technologie gilt als technisch anspruchsvoll. Hohe Betriebstemperaturen stellen besondere Anforderungen an Materialien und Langzeitstabilität. Genau das soll die Testanlage in Schwarzheide zeigen: Sunfire will die Anlage langfristig unter realen Bedingungen betreiben und die Ergebnisse in die Serienentwicklung einbringen.

Das Marktumfeld ist gespalten. Thyssenkrupp Nucera hat seine geplante Serienfertigung für Hochtemperatur-Elektrolyseure eingestellt. Sunfire setzt weiter auf das Verfahren, parallel zum bereits kommerziell eingesetzten Druck-Alkali-Elektrolyseur. Ob sich das auszahlt, hängt davon ab, ob die Technologie im Dauerbetrieb die versprochenen Wirkungsgrade hält.

Standort Lausitz im Strukturwandel

Für die Lausitz hat das Projekt symbolischen und wirtschaftlichen Wert. Die Region durchläuft den Ausstieg aus der Braunkohleverstromung und sucht industrielle Ansiedlungen im Bereich Energie und Chemie. Der Industriepark Lausitz in Schwarzheide setzt dabei auf schnelle Umsetzbarkeit als Standortvorteil. Laut Angaben des Parkbetreibers wurden die Voraussetzungen für den Netzanschluss der Testanlage in ungewöhnlich kurzer Zeit geschaffen.

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Für Betriebe, die eigene Dekarbonisierungspfade planen, ist der Projektfortschritt ein Datenpunkt. Die SOEC-Technologie ist im industriellen Großmaßstab noch nicht serienreif. Die Ergebnisse aus Schwarzheide werden zeigen, unter welchen Bedingungen sie wirtschaftlich einsetzbar ist.

Fazit

Sunfire testet in Schwarzheide eine Technologie, die erhebliches Effizienzpotenzial verspricht, aber noch nicht in der Serienproduktion angekommen ist. Der Industriepark Lausitz hat die nötigen Rahmenbedingungen für einen praxisnahen Dauertest. Für Industriebetriebe mit hohem Wärmeanfall und Wasserstoffbedarf dürften die Ergebnisse dieser Anlage relevant sein, bevor eigene Investitionsentscheidungen fallen.