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Deutschland hat unter allen G20-Staaten die höchsten Strompreise. Das ergibt eine Analyse auf Basis von Daten des Energiedienstes Global Petrol Prices, die das Vergleichsportal Verivox am 30. August 2026 veröffentlicht hat. Der Preis für eine Kilowattstunde liegt in Deutschland bei 35,6 Cent. Der G20-Durchschnitt beträgt rund 16,3 Cent.
Abstand zur Konkurrenz ist erheblich
Auf Platz zwei folgt Italien mit 34,5 Cent je Kilowattstunde, Großbritannien kommt auf 32,4 Cent. Frankreich liegt mit 23,3 Cent deutlich darunter. Die USA zahlen 18,3 Cent. Deutschland ist damit mehr als doppelt so teuer wie der Schnitt der G20-Gruppe, zu der 19 Staaten, die EU und die Afrikanische Union gehören.
Für produzierende Unternehmen ist dieser Abstand kein abstraktes Ranking. Strom ist ein direkter Kostenfaktor in der Fertigung. Wer energieintensiv produziert, etwa in der Chemie, im Maschinenbau oder in der Metallerzeugung, spürt den Unterschied gegenüber Wettbewerbern in Frankreich oder den USA unmittelbar in der Kalkulation.
Staatliche Lasten dominieren den Strompreis
Der Hauptgrund für das Preisniveau liegt nicht in den Erzeugungskosten. Laut Verivox-Daten entfallen über 60 Prozent des deutschen Strompreises auf Steuern, Umlagen, Abgaben und Netzentgelte. Die eigentliche Strombeschaffung sowie Vertrieb, Service und Lieferantenleistungen machen zusammen weniger als 40 Prozent aus.
Verivox-Energieexperte Thorsten Storck formuliert es direkt: Die Stromproduktion mache nur etwa ein Drittel des Haushaltspreises aus. Zwei Drittel sind staatlich veranlasste Kostenbestandteile.
Forderungen nach Stromsteuersenkung bleiben unerfüllt
Wirtschaftsverbände fordern seit Jahren eine Absenkung der Stromsteuer, sowohl für Unternehmen als auch für Haushalte, bislang ohne Erfolg. Grünen-Politiker Michael Kellner drängte die Bundesregierung, die versprochene Stromsteuersenkung noch vor Jahresende umzusetzen. Die Analyse belege: Die hohe Abgabenlast sei die wesentliche Ursache für das Preisniveau.
Eine Absenkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestniveau wäre gesetzlich möglich. Sie würde den Preis für gewerbliche Abnehmer spürbar entlasten. Beschlossen ist sie bisher nicht.
Was das für Betriebe bedeutet
Für Einkäufer und Produktionsleiter bestätigt die Analyse, was die Abrechnung ohnehin zeigt. Der strukturelle Nachteil gegenüber Standorten in Frankreich oder Nordamerika besteht fort. Energieintensive Prozesse werden im internationalen Vergleich teurer kalkuliert.
Unternehmen, die Sonderabnahmeverträge oder Befreiungen von Netzentgelten nutzen, stehen besser da. Diese Regelungen sind jedoch an strenge Voraussetzungen geknüpft und für die Mehrheit der mittelständischen Betriebe nicht zugänglich. Für sie bleibt der Listenpreis maßgeblich.
Fazit
Die Daten sind eindeutig: Deutschland hat den teuersten Strom aller G20-Länder. Der Abstand zum Durchschnitt entspricht Faktor zwei. Solange mehr als 60 Prozent des Preises aus staatlichen Belastungen bestehen, ist eine Marktlösung ausgeschlossen. Die Entscheidung liegt beim Gesetzgeber. Für Unternehmen bleibt der hohe Strompreis ein kalkulierbares, aber nicht behebbares Standortrisiko, solange Berlin nicht handelt.




















