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Stark Defence steht vor seiner ersten Auslieferung an die Bundeswehr. Das Berliner Unternehmen hat einen Rahmenvertrag über 2,9 Milliarden Euro für sogenannte Loitering Munition erhalten. Für eine Milliarde Euro davon hat der Bundestag bereits die Freigabe erteilt. Die erste Charge hat einen Wert von 275 Millionen Euro. Stückzahlen nannte das Unternehmen nicht.

Virtus: Technische Eckdaten der Kampfdrohne

Das betreffende Modell heißt Virtus. Es ist 1,80 Meter lang und wiegt bis zu 33 Kilogramm. Der Hersteller gibt eine maximale Flugzeit von 75 Minuten und eine Reichweite von bis zu 130 Kilometern an. Die Drohne kann mit verschiedenen Sprengköpfen bestückt werden.

Loitering Munition, umgangssprachlich auch Kamikaze-Drohnen genannt, kreisen über einem Zielgebiet und stürzen sich bei Zielerkennung auf das Objekt. Wird kein Ziel erfasst, leitet das System einen kontrollierten Absturz in unbewohntem Gebiet ein. Ein Operator steuert mehrere Drohnen gleichzeitig, unterstützt durch KI-basierte Software. Die finale Entscheidung verbleibt laut Hersteller beim Menschen.

Die Virtus ist bereits im Ukraine-Krieg im Einsatz. Stark Defence betreibt nach eigenen Angaben zwei Werke im Raum Kiew.

Junges Unternehmen mit internationalem Produktionsnetz

Stark Defence wurde 2024 gegründet und hat 750 Mitarbeiter. Neben dem Berliner Hauptsitz gibt es Produktionsstandorte in Großbritannien, Schweden und Griechenland.

Den Auftrag teilt sich Stark Defence mit anderen Anbietern. Helsing aus München und Rheinmetall haben ebenfalls milliardenschwere Verträge im Rahmen des Bundeswehr-Programms erhalten. Eine erste gemeinsame Tranche über rund 540 Millionen Euro wurde an Helsing und Stark Defence vergeben.

Schwarmtaktik als taktische Realität

Der Ukraine-Krieg zeigt, wie sich der Drohneneinsatz weiterentwickelt. Russische Streitkräfte rüsten Panzerfahrzeuge mit Käfigkonstruktionen nach, um Hohlladungsgeschosse auf Abstand zu zünden und damit den Durchschlagseffekt zu verringern. Dieses Prinzip ist in der Militärtechnik seit dem Zweiten Weltkrieg als Schottpanzerung bekannt.

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Drohnen begegnen dieser Taktik durch koordinierten Schwarmeinsatz. Eine erste Drohne zerstört den Käfigschutz, eine zweite trifft anschließend die ungeschützte Stelle des Fahrzeugs. Diese Vorgehensweise stellt höhere Anforderungen an Steuerungssoftware und Stückzahlen.

Einordnung

Die Bundeswehr setzt bei Loitering Munition auf deutsche Hersteller, darunter ein erst 2024 gegründetes Unternehmen. Rahmenverträge in dieser Größenordnung schaffen Planungssicherheit für Produktion und Beschäftigung. Für Zulieferer und Komponentenhersteller aus dem Mittelstand ergibt sich daraus mittelfristig Nachfragepotenzial, insbesondere in den Bereichen Elektronik, Leichtbau und Sprengstofftechnik.