Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Auf der Fakuma in Friedrichshafen zeigt Technotrans SE, wie Spritzgießbetriebe ihren Energieverbrauch senken und gleichzeitig die Bauteilqualität verbessern können. Im Mittelpunkt steht das neu entwickelte variotherme Temperiersystem vario Gekko, das der Hersteller gemeinsam mit den Partnern Contura und Cycletemp realisiert hat. Das Unternehmen aus Sassenberg gibt einen Energieeinspareffekt von bis zu 40 Prozent gegenüber konventioneller Temperierung an.
Variotherme Temperierung ohne externe Ventilstationen
Das System vario Gekko arbeitet ohne zusätzliche externe Ventilstationen. Das Temperiermedium Wasser wird über eine integrierte, getrennte Rücklaufführung stets dem richtigen Kreislauf zugeführt. Große Wasservorlagen ermöglichen schnelle Aufheiz- und Kühlzyklen, was die Zykluszeiten verkürzt. Transparente Spritzgussteile aus Polycarbonat profitieren zusätzlich: Die exakte Temperaturführung reduziert optische Fehler wie Doppelbrechungen oder Trübungen.
Technotrans macht diesen Effekt am Stand in Halle B1 sichtbar. Ein Polarisationsfilter zeigt dem Fachpublikum den inneren Spannungszustand der Kunststoffteile direkt. Produziert werden transparente Spielkartenboxen aus Polycarbonat auf einer Spritzgießmaschine von Sumitomo (SHI) Demag, die live auf der Messe läuft.
Eco.line mit drehzahlgeregelten Pumpen
Zwei Temperiergeräte der Baureihe Eco.line ergänzen das System. Die Geräte haben drehzahlgeregelte Zentrifugalpumpen und einen integrierten EcoAnalyser. Das Pumpeneffizienzmodul, kurz PEM, passt die Energieaufnahme der Pumpen kontinuierlich an den tatsächlichen Prozessbedarf an und hält die Strömungsverhältnisse in allen Kühlkreisläufen stabil. Für die Eco.line-Baureihe nennt Technotrans eine mögliche jährliche Stromersparnis von bis zu 92 Prozent gegenüber nicht geregelten Systemen.
OPC UA verbindet alle Systemkomponenten
Alle Prozessparameter tauschen die Temperiergeräte, das Mehrfach-Wasserverteilsystem Orcinus und die Spritzgießmaschine über eine OPC-UA-Schnittstelle zentral aus. OPC UA ist ein maschinenlesbares Kommunikationsprotokoll für industrielle Anlagen und ermöglicht den herstellerübergreifenden Datenaustausch. Das Orcinus-System arbeitet mit wartungsfreier Doppel-Ultraschall-Technik. Alle Daten werden visualisiert und sind direkt an der Maschine abrufbar.
F-Gase-Verordnung als Treiber für Systemwechsel
Neben den Temperiersystemen zeigt Technotrans auf der Fakuma Kühl- und Temperiertechnik mit dem Kältemittel Propan, bezeichnet als R290. Propan unterliegt nicht den Einschränkungen der verschärften EU-F-Gase-Verordnung, die synthetische Fluorkohlenwasserstoffe schrittweise aus dem Markt drängt. Betriebe, die ihre Kältemaschinen in den nächsten Jahren ersetzen müssen, stehen vor der Frage des Kältemittelwechsels. Propan ist natürlichen Ursprungs, hat ein vernachlässigbares Treibhauspotenzial, erfordert aber angepasste Sicherheitskonzepte wegen seiner Brennbarkeit.
Was das für Produktionsbetriebe bedeutet
Für Spritzgießbetriebe ergibt sich aus dem Fakuma-Auftritt von Technotrans ein konkretes Bild. Variotherme Temperierung ist kein Nischenthema mehr. Die Kombination aus schnellen Zykluszeiten, reduziertem Energiebedarf und verbesserter Bauteilqualität macht das Verfahren für ein breiteres Anwendungsspektrum wirtschaftlich. Die F-Gase-Verordnung zwingt viele Betriebe ohnehin zur Prüfung ihres Kälteanlagenbestands. Wer dabei auf natürliche Kältemittel wie Propan umstellt, vermeidet künftige Beschaffungsprobleme und potenzielle Folgekosten durch Regulierung.
Die Vernetzung über OPC UA schafft die Voraussetzung für eine durchgängige Prozessüberwachung ohne Medienbrüche zwischen verschiedenen Systemkomponenten. Das reduziert den Aufwand für Fehlersuche und Prozessoptimierung im laufenden Betrieb.




















