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Siemens Energy plant, sein Industriegeschäft abzugeben und sich auf die Stromsparte zu fokussieren. Das geht aus aktuellen Berichten hervor. Als mögliche Abnehmer gelten Finanzinvestoren aus dem Private-Equity-Bereich. Alternativ käme auch ein Weg über den Kapitalmarkt in Betracht.

Was zum Verkauf steht

Das Industriegeschäft von Siemens Energy umfasst unter anderem das Dampfturbinengeschäft. Dieser Bereich gilt intern als margenärmer als die Strom- und Übertragungssparte. Siemens Energy hatte bereits mit Goldman Sachs an einem möglichen Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an dem Segment gearbeitet. Konkrete Zahlen zu einem Kaufpreis sind bislang nicht bestätigt.

Das Unternehmen hatte sich 2020 von der Siemens AG abgespalten und ist seitdem börsennotiert. Der Börsenstart verlief damals schwierig: Investoren bewerteten das Unternehmen deutlich niedriger als erwartet. Seitdem hat Siemens Energy strukturell umgebaut und unter anderem eine staatliche Bundesbürgschaft in Anspruch genommen, die CFO Maria Ferraro bis Mitte 2025 ablöste.

Strategische Logik hinter dem Schritt

Der geplante Verkauf folgt einer Portfoliobereinigung. Siemens Energy will Ressourcen auf Geschäftsbereiche konzentrieren, die höhere Margen erzielen. Dazu zählen vor allem die Strom- und Energieübertragungssparte sowie das Windkraftgeschäft, das unter dem Namen Omterra firmiert, dem umbenannten früheren Siemens-Gamesa-Segment.

Industriegeschäfte mit klassischen Komponenten wie Dampfturbinen stehen dagegen unter Druck. Die Energiewende verschiebt die Nachfrage weg von konventionellen thermischen Anlagen. Für einen Finanzinvestor kann ein solches Geschäft trotzdem attraktiv sein: stabile Serviceeinnahmen, bestehende Kundenbindungen, überschaubare Investitionsanforderungen.

Private Equity als wahrscheinlicher Käufer

Dass Private-Equity-Fonds als Bieter gehandelt werden, überrascht nicht. Solche Käufer suchen gezielt nach Teilbereichen großer Konzerne, die eigenständig geführt werden können. Das Dampfturbinengeschäft von Siemens Energy hat globale Kundschaft, eigene Serviceverträge und eine technische Marktstellung. Das sind Merkmale, die Finanzinvestoren schätzen.

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Ein Börsengang des Teilbereichs wäre die Alternative. Dieser Weg ist aufwendiger und abhängig vom Kapitalmarktumfeld. Angesichts der bisherigen Erfahrungen von Siemens Energy mit dem eigenen Börsenstart dürfte ein direkter Verkauf derzeit die bevorzugte Option sein.

Was das für Zulieferer und Kunden bedeutet

Für Betriebe, die Komponenten an das Industriegeschäft von Siemens Energy liefern oder dort Wartungsverträge halten, bringt ein Eigentümerwechsel Unsicherheit. Private-Equity-Käufer überprüfen nach Übernahmen regelmäßig Lieferketten und Kostenstrukturen. Sparmaßnahmen und Neuverhandlungen von Konditionen gehören zum Standardrepertoire.

Kunden mit laufenden Serviceverträgen sollten prüfen, unter welchen Bedingungen ihre Verträge bei einem Eigentümerwechsel fortgeführt werden. Ersatzteilversorgung und technischer Support sind bei Dampfturbinen kritisch für die Anlagenverfügbarkeit, den Fachleuten als OEE (Overall Equipment Effectiveness, Kennzahl für die Gesamtanlageneffizienz) bekannt.

Fazit

Siemens Energy setzt die Konzernverschlankung fort. Der geplante Verkauf des Industriegeschäfts ist kein Notverkauf, sondern Teil einer Fokussierungsstrategie. Für den Energietechnologiemarkt bedeutet das: Ein weiterer großer Teilbereich wechselt möglicherweise in Finanzinvestorenhände. Wer als Zulieferer, Kunde oder Wettbewerber mit diesem Segment verbunden ist, sollte die Entwicklung beobachten.