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Sieben Großunternehmen aus Fahrzeugbau und Energieversorgung haben eine enge Zusammenarbeit beim Thema Wasserstoff für schwere Nutzfahrzeuge vereinbart. Daimler Truck, Volvo, Toyota Motor, Bosch, Air Liquide, Totalenergies und Teal Mobility sowie MB Energy wollen gemeinsam ein H2-Tankstellennetz in Europa errichten. Das gemeinsame Ziel: Wasserstoff als Antrieb für Lkw wettbewerbsfähig machen.
Was hinter der Kooperation steckt
Der Aufbau eines flächendeckenden Wasserstoff-Ökosystems erfordert mehr als einzelne Fahrzeugprojekte. Infrastruktur und Kraftstoffpreise müssen stimmen, bevor Spediteure auf H2-Lkw umsteigen. Genau hier setzt die Allianz an. Die Partner wollen die gesamte Wertschöpfungskette koordinieren: von der Erzeugung über die Verteilung bis zur Betankung.
Daimler Truck, Toyota und Volvo sind bereits gemeinsam bei Cellcentric engagiert. Das Unternehmen mit Sitz in Kirchheim unter Teck bei Stuttgart entwickelt und produziert Brennstoffzellensysteme für schwere Nutzfahrzeuge. Die neue Kooperation baut auf dieser bestehenden Basis auf.
Daimler Truck nähert sich dem Serieneinsatz
Daimler Truck bietet bereits batterieelektrische Lkw an, darunter den eActros. Der Marktanteil dieser Fahrzeuge am Gesamtabsatz bleibt bislang gering. Parallel dazu entwickeln die Stuttgarter wasserstoffbasierte Antriebe. Noch in diesem Jahr soll eine Kleinserie von 100 H2-Lkw in den regulären Kundeneinsatz gehen.
Was die Allianz für Flottenbetreiber bedeutet
Für Transportunternehmen und Fuhrparkverantwortliche ändert sich kurzfristig wenig. Die Fahrzeuge sind noch nicht in ausreichender Stückzahl verfügbar, das Tankstellennetz befindet sich im Aufbau. Mittelfristig signalisiert die Breite der Allianz jedoch, dass Wasserstoff im Fernverkehr kein Randthema mehr ist. Wenn Energieversorger wie Air Liquide und Totalenergies gemeinsam mit Fahrzeugherstellern in die Infrastruktur investieren, verändert sich die Kalkulationsgrundlage für alternative Antriebe.
Unternehmen mit langen Vertragslaufzeiten im Flottenbereich sollten die Entwicklung verfolgen. Die Frage, ob H2 oder Batterie für den jeweiligen Einsatzfall passt, hängt wesentlich von Tankstellenverfügbarkeit und Kraftstoffpreis ab. Beide Parameter will die neue Allianz adressieren.
Details folgen am 15. September in Hannover
Konkrete Zahlen zu Investitionsvolumen, geplanten Standorten und Zeitplan für das Tankstellennetz wollen die Partner auf einer Pressekonferenz am 15. September in Hannover bekanntgeben. Die Veranstaltung fällt zusammen mit der IAA Transportation, der größten Nutzfahrzeugmesse Europas. Dort dürfte das Thema H2-Antrieb breiten Raum einnehmen.
Fazit
Der Aufbau einer funktionierenden Wasserstoffinfrastruktur für den Schwerlastverkehr wird nicht von Einzelakteuren geleistet. Es braucht koordinierte Investitionen entlang der gesamten Kette. Ob das Konsortium die nötigen Mittel und den langen Atem aufbringt, wird sich an konkreten Meilensteinen messen lassen. Fuhrpark- und Einkaufsverantwortliche sollten die Ankündigungen vom 15. September genau auswerten, bevor sie langfristige Beschaffungsentscheidungen treffen.




















