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Schaeffler und der chinesische Batteriezellhersteller CATL haben am 20. August 2026 eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Gemeinsam wollen sie Batteriemanagementsysteme (BMS) sowie sogenannte X-in-1-Integrated-Power-Box-Baugruppen (IPB) entwickeln. Die IPB fasst Hochvoltelektronik und elektromechanische Komponenten in einer integrierten Einheit zusammen. Zielmarkt ist Europa.

Was hinter der Vereinbarung steckt

Laut den Unternehmen basiert die Absichtserklärung auf einem bereits gewonnenen Kundenprojekt. Beide Partner teilen die Wertschöpfung entlang klar definierter Kompetenzgrenzen auf.

Schaeffler übernimmt die Hardware- und Softwareentwicklung, die Systemintegration, die Absicherung nach funktionalen Sicherheitsstandards sowie die lokalisierte Serienproduktion in Europa. CATL bringt seine Expertise in der Zelltechnik und der Industrialisierung großer Produktionsvolumina ein. Die Rollenverteilung folgt der Logik regionaler Lieferkettenstrategie: europäische Fertigung und Regulatorik auf der einen Seite, Zelltechnik und Skalierungserfahrung auf der anderen.

Technologische Ziele der Partnerschaft

Batteriemanagement und Leistungselektronik

Ein modernes BMS überwacht Zellspannungen, Temperaturen und Ladeströme in Echtzeit und schützt die Batterie vor Überladung, Tiefentladung und thermischen Ereignissen. Die IPB-Lösung geht einen Schritt weiter: Sie integriert mehrere Hochvoltkomponenten in einem gemeinsamen Gehäuse und reduziert so Bauraum, Gewicht und Schnittstellenkomplexität im Fahrzeug.

Schaeffler und CATL wollen außerdem den Einsatz von Cloud-Computing und Künstlicher Intelligenz im Batteriemanagement untersuchen. Konkrete Produkte oder Serienreife sind dazu noch nicht kommuniziert worden.

Adressaten: europäische und chinesische OEMs

Die Partnerschaft richtet sich ausdrücklich an zwei Kundengruppen: etablierte europäische Automobilhersteller, die lokale Zulieferer mit EU-konformer Entwicklung und Fertigung bevorzugen, sowie chinesische Automobilhersteller, die auf dem europäischen Markt expandieren und dort regulatorische Anforderungen erfüllen müssen. Schaeffler kombiniert dabei europäische Zulassungskompetenz mit Zugang zur Zelltechnologie eines der weltgrößten Batteriehersteller.

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Was das für die Zulieferbranche bedeutet

Traditionelle Zulieferer wie Schaeffler können Zelltechnik nicht selbst entwickeln. Batteriezellanbieter wie CATL haben keine lokale Fertigungsbasis und keine etablierten Zulassungsprozesse für den europäischen Markt. Kooperationen dieser Art schließen diese Lücken ohne Eigeninvestition in branchenfremde Kernkompetenzen.

Für Tier-2-Lieferanten von Elektronikkomponenten, Gehäusen und Verbindungstechnik entsteht damit ein neues Nachfragesegment. BMS-Komponenten und IPB-Baugruppen erfordern präzise gefertigte Gehäuse, thermische Managementlösungen und zertifizierte Verbindungstechnik.

Fazit

Die Vereinbarung zwischen Schaeffler und CATL ist industriell verankert, ein erstes Kundenprojekt existiert bereits. Schaeffler sichert sich Zugang zur Zelltechnologie, CATL gewinnt eine europäische Entwicklungs- und Fertigungsbasis. Ob daraus ein belastbares Seriengeschäft wird, hängt von der Marktentwicklung der Elektromobilität in Europa und der Umsetzungsgeschwindigkeit beider Partner ab.