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Saudi-Arabien hat die Rohölverladungen im Hafen Yanbu am Roten Meer wieder aufgenommen. Grundlage ist die Wiederinbetriebnahme der Ost-West-Pipeline, die das saudische Ölnetz mit dem Roten Meer verbindet. Händlerangaben und Schifffahrtsdaten vom 29. September 2026 bestätigen die Wiederaufnahme. Die Kapazität der Leitung liegt derzeit bei rund drei Millionen Barrel pro Tag. Das Maximum von 5,5 Millionen Barrel pro Tag ist noch nicht erreicht.
Hintergrund: Doppelte Blockade für saudische Exporte
Saudi-Arabien steht vor einem strukturellen Exportproblem. Im Osten des Landes blockiert der Iran die Straße von Hormus. Vor dem Konflikt floss durch diesen Seeweg rund ein Fünftel des weltweiten Öls. Dieser Kanal ist derzeit für saudische Lieferungen weitgehend geschlossen.
Die Ost-West-Pipeline sollte diesen Ausfall kompensieren. Sie führt von den östlichen Förderfeldern quer durch die Arabische Halbinsel nach Yanbu. Am 11. September 2026 trafen Drohnenangriffe die Infrastruktur. Saudi-Arabien machte irakische Milizen für die Attacken verantwortlich. Saudi Aramco musste die Leitung abschalten, die Rohölexporte aus Yanbu standen danach vollständig still.
Wiederhochfahren mit Einschränkungen
Inzwischen läuft die Pipeline wieder. Saudi Aramco hat seine Kunden nach Angaben eines Insiders aus einer asiatischen Raffinerie über den Ladeplan für Oktober aus Yanbu informiert. Eine offizielle Stellungnahme von Aramco lag zunächst nicht vor.
Satellitenbilder, die der Analysedienst TankerTrackers.com ausgewertet hat, zeigen Verladungen von knapp zehn Millionen Barrel Rohöl in Yanbu. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen bezifferten die täglichen Verlademengen seit der Vorwoche auf etwa zwei Millionen Barrel. Analysten gehen davon aus, dass die volle Kapazität von 5,5 Millionen Barrel pro Tag in rund einem Monat wieder erreichbar ist.
Was das für Einkäufer und Energieplaner bedeutet
Die Wiederaufnahme der Verladungen stützt das Angebot auf dem globalen Rohölmarkt und entlastet Einkäufer, die auf arabische Sorten angewiesen sind. Die Versorgungslage bleibt dennoch fragil.
Die Straße von Hormus ist weiterhin blockiert, die Ost-West-Pipeline arbeitet unter ihrer Nennkapazität. Eine erneute Störung der Leitung würde die Exportkapazitäten Saudi-Arabiens empfindlich treffen. Lieferverträge mit kurzen Laufzeiten und klaren Ausweichoptionen gewinnen in diesem Umfeld an Bedeutung.
Fazit
Saudi-Arabien hat einen Teil seiner Exportkapazität zurückgewonnen. Die Ost-West-Pipeline ist wieder in Betrieb, läuft aber noch gedrosselt. Bis zur vollen Kapazität dürfte ein weiterer Monat vergehen. Die Straße von Hormus bleibt gesperrt. Für industrielle Abnehmer bedeutet das: Die Versorgung stabilisiert sich, ist aber nicht gesichert.




















