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Deutschland installiert weniger Industrieroboter. Die International Federation of Robotics (IFR) meldete am 25. September 2026, dass im vergangenen Jahr 24.800 neue Industrieroboter in Deutschland in Betrieb genommen wurden. Das entspricht einem Rückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig stellt China neue Rekorde auf, und die USA überholten erstmals Japan als zweitgrößten Markt weltweit.

Automobilindustrie verliert Gewicht als Abnehmer

Der Hauptgrund für den Rückgang liegt in der Autoindustrie. Die Branche installierte 5.800 neue Roboter und hält damit noch einen Marktanteil von 23 Prozent. Im Jahr 2020 lag dieser Anteil bei 40 Prozent.

Die Ursachen sind bekannt: schwache Absatzzahlen bei Elektrofahrzeugen sowie wirtschaftliche und politische Unsicherheiten. Investitionsentscheidungen werden verschoben oder gestrichen. Diese Zurückhaltung überträgt sich direkt auf die Robotik-Nachfrage.

Neben dem Automobilbau verzeichneten auch die Metallverarbeitung sowie die Chemie- und Kunststoffindustrie rückläufige Installationszahlen. Der Rückgang beschränkt sich damit nicht auf einen einzelnen Sektor.

China dominiert, USA holen auf

Das globale Bild sieht anders aus. China installierte 2025 laut IFR 354.000 Industrieroboter. Drei von fünf weltweit neu installierten Anlagen stehen damit in China, ein historischer Höchstwert. Die chinesische Elektro- und Elektronikindustrie legte um 16 Prozent auf 96.400 Einheiten zu. Selbst die chinesische Autoindustrie erreichte mit 78.900 installierten Robotern einen neuen Spitzenwert.

China verfolgt seit zehn Jahren eine nationale Robotikstrategie. Das Land hat den Rückstand in der Produktionsautomatisierung systematisch aufgeholt und in weiten Teilen aufgelöst.

Die USA überholten erstmals Japan bei den jährlichen Neuinstallationen und belegen nun Rang zwei weltweit. Deutschland steht global auf Platz fünf, hinter Korea, Japan, den USA und China.

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Mittelstand als Wachstumsreserve

Für 2026 erwartet die IFR einen weiteren Rückgang der Gesamtnachfrage in Deutschland. Ab 2027 sollen die Zahlen wieder steigen. Das Wachstumspotenzial sieht die IFR vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen.

Deutschland hat trotz des Rückgangs eine starke Basis. Mit 41 Prozent aller Neuinstallationen in der EU bleibt der Standort der mit Abstand wichtigste europäische Markt. IFR-Präsidentin Jane Heffner bezeichnete die industrielle Automatisierung in Deutschland als auf hohem Niveau.

Für mittelständische Betriebe in der Fertigung bedeutet das: Der Investitionsdruck aus dem internationalen Wettbewerb bleibt bestehen. Die Robotik-Branche richtet sich neu aus und sucht aktiv nach Abnehmern jenseits der großen Automobilkonzerne.

Fazit

Der Rückgang bei Roboter-Neuinstallationen in Deutschland ist kein technologisches Problem, sondern ein Nachfrageproblem. Die Autoindustrie investiert weniger, andere Branchen folgen. China baut seinen Vorsprung aus, die USA schließen auf. Der Rückstand Deutschlands ist vorerst begrenzt, aber er wächst.