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Renault will in den kommenden fünf Jahren mehr als zehn Milliarden Euro in Frankreich investieren. Das Geld soll in Elektrofahrzeuge und erschwinglichere Modelle fließen. Konzernchef François Provost knüpfte die Investitionszusage jedoch an eine Bedingung: Das soziale und politische Umfeld müsse stabil bleiben. In den vergangenen fünf Jahren hat Renault nach eigenen Angaben bereits 13 Milliarden Euro in die Umstellung der französischen Produktion auf Elektromobilität gesteckt.
Produktion wächst, Nachfrage zieht an
Im September entfielen 42 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen in Frankreich auf Elektroautos, ein Höchstwert. Treiber dieser Entwicklung sind die stark gestiegenen Kraftstoffpreise infolge des Iran-Krieges. Für Renault wirkt sich das direkt auf die Werksauslastung aus.
Im Jahr 2025 fertigte Renault in Frankreich 500.000 Fahrzeuge. Für 2026 prognostiziert Provost ein Produktionswachstum von mindestens 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr, begründet mit dem Hochlauf in der Elektrofahrzeugfertigung. „Wir produzieren heute in den französischen Werken mehr Fahrzeuge als zuvor“, sagte Provost.
Regulatorische Unsicherheit als Investitionsbremse
Trotz der positiven Produktionsentwicklung kritisiert Provost die Förderpolitik scharf. Die staatlichen Vorgaben zur E-Auto-Förderung wurden in den vergangenen Jahren teils mehrfach im Jahr geändert, was Planungssicherheit für Hersteller und Käufer erschwert. Provost fordert deshalb einen zehnjährigen Stopp neuer Vorschriften im Bereich Elektromobilität.
Häufig wechselnde Förderrahmen belasten Investitionsentscheidungen sowohl bei Herstellern als auch bei gewerblichen Käufern und Flottenbetreibern. Für Einkaufsleiter, die Fuhrparks planen, bedeutet Regulierungsvolatilität höhere Planungskosten und längere Entscheidungszyklen.
Expansion in Südamerika mit Geely
Parallel zur Frankreich-Strategie baut Renault seine Präsenz in Brasilien aus. Gemeinsam mit dem chinesischen Hersteller Geely investieren beide Partner umgerechnet 319 Millionen Euro in brasilianische Fertigungskapazitäten. Geely hält seit 2025 einen Anteil von 26,4 Prozent an Renault do Brasil. Die Investition finanziert die Produktion eines neuen elektrifizierten Renault-Modells sowie einer Flex-Fuel-Technologie namens „Renault Hybrid E-Tech 4×4“. Der Produktionsstart ist für 2027 geplant.
Europäische Hersteller suchen in Schwellenmärkten zunehmend chinesische Kapitalpartner, um Investitionsrisiken zu teilen und lokale Marktkenntnis zu nutzen.
Einordnung
Renault investiert erhebliche Summen in Frankreich wie in Brasilien und setzt auf Elektromobilität als zentrales Wachstumsfeld. Das prognostizierte Produktionswachstum von 25 Prozent für 2026 steht für den Hochlauf in der Elektrofertigung. Für Zulieferer, Logistikdienstleister und Einkaufsorganisationen, die mit dem Konzern zusammenarbeiten, entstehen dadurch Kapazitätsfragen. Das politische Risiko bleibt bestehen: Provosts Konditionierung der Investitionszusage ist ein klares Signal an Paris.




















