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Ein Betriebssystem von QNX, KI-Algorithmen von Momenta und ein Automotive-Chip von Xheart: Die drei Unternehmen haben eine gemeinsame ADAS-Plattform vorgestellt, die nach eigenen Angaben serienreif ist. ADAS steht für Advanced Driver Assistance Systems, also Fahrerassistenzsysteme. Das System soll weltweit in Fahrzeugen verschiedener Automobilhersteller einsetzbar sein.
Was die Plattform leistet
QNX ist eine Marke des kanadischen Unternehmens BlackBerry. Das Betriebssystem „QNX OS for Safety“ ist die Basis der Plattform. Es ist zertifiziert nach ISO 26262 ASIL D, der höchsten Sicherheitsstufe der Automobil-Sicherheitsnorm. Das erlaubt den Einsatz in sicherheitskritischen Steuergeräten.
Xheart liefert den SoC X7, einen Prozessor im Automotive-Grade. SoC steht für System-on-Chip: alle wesentlichen Recheneinheiten auf einem einzigen Halbleiter. Momenta steuert die Software für das automatisierte Fahren bei. Das Pekinger Unternehmen hat sich auf KI-Algorithmen für diesen Bereich spezialisiert.
Das System erfüllt außerdem die europäische Norm UN R171. Diese Regelung betrifft DCAS, also Driver Control Assistance Systems: Fahrzeugsysteme, die Lenkung, Beschleunigung und Bremsung übernehmen können. Für den Marktzugang in Europa ist diese Zertifizierung obligatorisch.
Relevanz für Automobilhersteller
Die Plattform richtet sich ausdrücklich an Fahrzeughersteller, die in mehreren Märkten gleichzeitig aktiv sind. Das schließt nach Angaben der Unternehmen „anspruchsvolle Märkte“ ein, gemeint sind Regionen mit strengen oder unterschiedlichen Zulassungsanforderungen.
Für Einkaufs- und Entwicklungsverantwortliche in der Automobilindustrie bedeutet das: Eine einzige Plattform kann mehrere länderspezifische Anforderungen abdecken und reduziert den Aufwand für separate Zertifizierungen je Markt.
Momenta: Bekannter Name, neue Konstellation
Momenta ist im Markt kein Unbekannter. General Motors hat bereits rund 300 Millionen Dollar in das Unternehmen investiert. Mercedes-Benz arbeitet bei der Entwicklung von Robotaxis mit Momenta zusammen. Das Unternehmen ist in der Lieferkette etablierter Hersteller bereits verankert.
Die Kooperation mit Xheart und QNX erweitert das Angebot. Bislang lieferte Momenta vor allem Software. Mit dem X7-Chip von Xheart und dem zertifizierten Betriebssystem entsteht ein integriertes Hardware-Software-Paket.
Marktumfeld: Druck auf Zulieferer steigt
Im Segment der ADAS-Plattformen sind weitere Anbieter aktiv. Das Londoner Unternehmen Wayve etwa entwickelt KI-basierte Fahrsoftware und hat Investitionen von Microsoft, Nvidia und Uber erhalten. Es zählt zu den höchstbewerteten KI-Unternehmen Europas.
Der Wettbewerb verläuft entlang zweier Achsen: technische Zertifizierung und globale Skalierbarkeit. Hersteller, die auf mehreren Kontinenten produzieren, benötigen Systeme, die nicht für jeden Markt neu entwickelt werden müssen.
Fazit
Die Kombination aus zertifiziertem Betriebssystem, Automotive-Chip und etablierter Fahrsoftware ist technisch konsequent. Für Zulieferer und Hersteller, die ADAS-Funktionen in globalen Fahrzeugprogrammen einsetzen wollen, ist die Plattform ein ernstzunehmender Kandidat. Ob sie sich in der Serienproduktion bewährt, wird die Praxis zeigen. Die Zertifizierungsgrundlage ist gelegt.



















