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Airbus ist bereit, Teile des eigenen Konzerns zu verkaufen, um die Genehmigung für das geplante Gemeinschaftsunternehmen mit Leonardo und Thales zu erhalten. Das Vorhaben trägt intern den Namen BROMO und soll die Weltraumsparten der drei europäischen Konzerne bündeln. Die Kartellbehörden haben noch nicht zugestimmt.

Was hinter Projekt BROMO steckt

Airbus, der italienische Rüstungs- und Technologiekonzern Leonardo sowie der französische Technologieanbieter Thales wollen ihre jeweiligen Satellitenbereiche in einem gemeinsamen Unternehmen zusammenführen. Alle drei Konzerne gehören zu den führenden Satellitenherstellern in Europa. Eine Fusion würde eine erhebliche Marktkonzentration erzeugen.

Die EU-Kommission muss dem Vorhaben zustimmen. Berichten zufolge wollen die drei Unternehmen ihre Pläne der Kommission offiziell vorlegen. Airbus ist dabei offenbar zu weitreichenden Zugeständnissen bereit, darunter der mögliche Verkauf einzelner Unternehmensteile, um wettbewerbsrechtliche Bedenken auszuräumen.

Wettbewerber warnen vor Marktmacht

Die Reaktion der deutschen Konkurrenz fällt kritisch aus. Unternehmen aus dem deutschen Raumfahrtumfeld warnen vor einem Marktgiganten, der kleinere Anbieter verdrängen könnte. Besonders betroffen wären Zulieferer und Systemintegratoren, die bislang mit allen drei Konzernen separat Geschäfte machen.

Für mittelständische Raumfahrtzulieferer würde aus drei unabhängigen Auftraggebern ein einziger Abnehmer. Das verändert Verhandlungspositionen grundlegend.

Strategischer Hintergrund: Europas Unabhängigkeit im Weltall

Hinter dem Vorhaben steht eine politische Logik. Europa will seine Abhängigkeit von amerikanischen und chinesischen Raumfahrtkapazitäten verringern. Satelliten für Kommunikation, Erdbeobachtung und Navigation gelten als strategische Infrastruktur. Ein konsolidierter europäischer Hersteller soll global wettbewerbsfähiger sein.

Der Markt für Erdbeobachtungs- und Kommunikationssatelliten verändert sich stark. Amerikanische Anbieter, darunter SpaceX mit seiner Starlink-Konstellation, bauen ihre Kapazitäten mit deutlich niedrigeren Kosten aus. Europäische Hersteller stehen unter Kostendruck, dem sie mit der bisherigen Struktur kaum begegnen können.

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Teilverkäufe als Preis für die Genehmigung

Dass Airbus Desinvestitionen in Betracht zieht, ist kein ungewöhnlicher Schritt in großen Fusionsverfahren. Die EU-Kommission verlangt in solchen Fällen häufig sogenannte Remedies, also Abhilfemaßnahmen: Unternehmen müssen bestimmte Bereiche abstoßen, um eine marktbeherrschende Stellung zu verhindern.

Welche Unternehmensteile Airbus konkret zur Disposition stellt, ist nicht öffentlich bekannt. Der Konzern bewertet die strategischen Vorteile des Gemeinschaftsunternehmens offenbar als höher als die Kosten möglicher Verkäufe.

Was das für Zulieferer und Einkauf bedeutet

Für Unternehmen, die als Zulieferer oder Dienstleister im Raumfahrtsegment tätig sind, lohnt eine genaue Beobachtung des Genehmigungsverfahrens. Veränderungen in der Eigentümerstruktur großer Auftraggeber ziehen regelmäßig Neuverhandlungen von Rahmenverträgen nach sich. Auch Einkaufsstrukturen und Qualifikationsanforderungen können sich verschieben.

Personalverantwortliche in der Raumfahrtbranche sollten mögliche Restrukturierungsmaßnahmen im Blick behalten. Fusionen dieser Größenordnung führen erfahrungsgemäß zu Überschneidungen in der Belegschaft, auf die Konzerne mit Standortkonsolidierungen reagieren.

Fazit

Die geplante Fusion von Airbus, Leonardo und Thales im Satellitengeschäft ist nicht abgeschlossen. Die Bereitschaft von Airbus zu Teilverkäufen zeigt, dass die Konzerne mit kartellrechtlichem Widerstand rechnen. Für die Zulieferindustrie und den Mittelstand im Raumfahrtumfeld beginnt jetzt die Phase, in der Abhängigkeiten und Vertragsverhältnisse neu bewertet werden sollten.