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Großkonzerne räumen ihre Portfolios auf. In der Woche bis zum 4. September 2026 wurden drei Transaktionen bekannt: Nestlé, Mann+Hummel und Uhlsport trennen sich von Geschäftsbereichen, die nicht mehr zum strategischen Kern gehören. Käufer sind ein US-Finanzinvestor, eine mittelständische Beteiligungsgesellschaft aus der DACH-Region und ein schwedischer Textilkonzern.

Nestlé verkauft Vitaminsparte für eine Milliarde US-Dollar

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé gibt sein Geschäft mit Vitaminen, Mineralstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln ab. Käufer ist der US-Finanzinvestor Yellow Wood Partners. Der Kaufpreis beträgt eine Milliarde US-Dollar. Zum veräußerten Portfolio gehören die Marken Nature’s Bounty und Osteo Bi-Flex sowie das US-Handelsmarkengeschäft.

Für Yellow Wood Partners ist es bereits der sechste Carve-out seit 2019. Der Investor hat zuvor Konzernteile von Bayer, Unilever und Reckitt übernommen. Der Abschluss der Transaktion ist für die erste Hälfte des Jahres 2027 geplant. Nestlé-Chef Philipp Navratil begründet den Schritt mit einer Fokussierung auf wettbewerbsstarke Bereiche.

Großkonzerne prüfen ihre Portfolios konsequent. Randsortimente, die nicht zur Kernstrategie passen, stehen auf dem Prüfstand, unabhängig von Markenbekanntheit oder Umsatzgröße.

Mann+Hummel gibt Membrantechnologie ab

Der Filtrationsspezialist Mann+Hummel aus Ludwigsburg trennt sich von seinem Geschäftsbereich Membranbioreaktortechnologie. Käufer ist VTC, eine Beteiligungsgesellschaft mit Fokus auf mittelständische Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht.

Der veräußerte Bereich umfasst die Technologieplattform BIO-CEL, mit der Mann+Hummel Membranlösungen für kommunale und industrielle Abwasserbehandlung sowie Wasserwiederverwendung entwickelt und liefert. VTC plant, den Bereich als eigenständiges Unternehmen weiterzuführen.

Mann+Hummel: 4,2 Milliarden Euro Umsatz, klare Fokussierung

Mann+Hummel erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 mit mehr als 20.000 Beschäftigten rund 4,2 Milliarden Euro Umsatz. Der Carve-out ist Teil einer Portfoliobereinigung; das Unternehmen konzentriert sich auf seine Kernkompetenz in der Filtration. RSM Ebner Stolz begleitete Mann+Hummel auf Verkäuferseite mit finanzwirtschaftlicher und steuerlicher Transaktionsberatung.

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VTC setzt auf Geschäftsmodelle, die profitables Wachstum mit messbarem Ressourcenschutz verbinden. Das Segment Wasserreinigung gilt als strukturell wachsend.

Uhlsport und Kempa gehen nach Schweden

Der schwedische Textilkonzern New Wave Group übernimmt den Sportartikelhersteller Uhlsport aus Balingen in Baden-Württemberg. New Wave Group erwirbt 100 Prozent der Anteile. Die Transaktion soll bis Anfang Oktober 2026 abgewickelt sein. Uhlsport soll innerhalb der Gruppe eigenständig bleiben.

Mit dem Kauf übernimmt New Wave Group zwei Marken: Uhlsport für Torwart- und Fußballausrüstung sowie Kempa für Handbballbekleidung. Uhlsport erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 67 Millionen Euro, schrieb jedoch einen geringfügigen Verlust. New Wave Group hält über seine Sportmarke Craft Vereinbarungen mit rund 5.000 Vereinen in Europa und will das Sortiment gezielt erweitern.

Europäische Strategen suchen gezielt nach etablierten Marken mit Vertriebsnetzwerken, auch wenn die Ertragslage noch nicht optimal ist.

Elliott steigt bei Deutscher Telekom ein

Der US-Hedgefonds Elliott Investment Management hat sich laut mehreren Medienberichten eine größere Beteiligung an der Deutschen Telekom gesichert. Elliott soll einen möglichen Zusammenschluss der Deutschen Telekom mit ihrer US-Tochter T-Mobile US kritisch bewerten. Der Fonds dränge stattdessen auf Maßnahmen zur Steigerung des Aktionärswerts, darunter Aktienrückkäufe. Elliott bewertet die Deutsche Telekom im Branchenvergleich als unterbewertet.

Portfoliodisziplin als Strategie

Die Transaktionen dieser Woche folgen einem gemeinsamen Muster. Konzerne und mittelständische Unternehmen bereinigen ihre Portfolios und konzentrieren Kapital auf Bereiche mit klarem strategischem Fit. Finanzinvestoren und strategische Käufer sind bereit, diese Einheiten aufzunehmen und als eigenständige Plattformen weiterzuentwickeln. Der M&A-Markt bleibt aktiv, auch in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld. Wer Randaktivitäten hält, sollte deren strategischen Beitrag regelmäßig prüfen.

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