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Porsche kann seine EU-Flottenemissionen nicht mehr aus eigener Kraft einhalten. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller hat deshalb einen CO2-Pool mit dem chinesischen Elektroautobauer Xpeng gebildet. Das geht aus einer Meldung an die EU-Kommission vom 5. August 2026 hervor. Porsche bestätigte den Schritt. Der Deal gilt für die Jahre 2026 und 2027.
Was ein CO2-Pool bedeutet
In einem CO2-Pool werden die durchschnittlichen Flottenemissionen mehrerer Hersteller gemeinsam bilanziert. Wer viele Elektrofahrzeuge verkauft, deren CO2-Ausstoß regulatorisch mit null Gramm je Kilometer bewertet wird, kann damit die höheren Werte eines anderen Poolmitglieds ausgleichen. Das ist der Kern des Deals: Xpeng liefert die niedrigen Emissionswerte, Porsche das CO2-Problem.
Bislang war Porsche Teil des konzernweiten Pools von Volkswagen. Dieser Wechsel zeigt, dass Porsche die eigene Emissionslage nicht mehr im Verbund mit dem Mutterkonzern lösen kann oder will.
Porsches CO2-Bilanz verschlechtert sich messbar
Bis Juni 2026 lagen die durchschnittlichen CO2-Emissionen neuer Porsche-Fahrzeuge bei 130,2 Gramm je Kilometer. Das entspricht einem Anstieg von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig gingen die Verkäufe vollelektrischer Porsche-Modelle in Westeuropa im ersten Halbjahr 2026 um knapp 30 Prozent zurück.
Porsche hat seine Elektrostrategie zurückgebaut. Der Taycan, einst als elektrisches Kernangebot der Marke positioniert, soll laut Medienberichten bis spätestens 2030 aus der Produktion genommen werden. Verbrennungsmotoren bleiben länger im Programm, der Macan kehrt als Verbrennerversion zurück. Jede dieser Entscheidungen erhöht die durchschnittlichen Flottenemissionen.
Xpeng wächst in Europa, Porsche profitiert davon
Für Xpeng ist das Geschäft attraktiv. Der chinesische Hersteller verkauft in Europa ausschließlich Elektrofahrzeuge. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Verkäufe in Westeuropa um 126 Prozent auf rund 19.000 Fahrzeuge. Für das Gesamtjahr werden etwa 50.000 Auslieferungen erwartet. Mit jedem zusätzlichen Fahrzeug wächst der Wert von Xpeng als Poolpartner.
Xpeng ist kein unbekannter Partner für den VW-Konzern. Volkswagen hält knapp fünf Prozent an dem chinesischen Hersteller und kooperiert mit ihm technologisch. Porsche tritt damit nicht in eine völlig fremde Konstellation ein. Der strategische Kern des Deals bleibt trotzdem auffällig: Ein deutscher Premiumhersteller ist bei der Einhaltung europäischer Klimavorgaben auf die Produktionsleistung eines chinesischen Wettbewerbers angewiesen.
Volkswagen gewinnt etwas Luft
Der Austritt von Porsche aus dem VW-Konzernpool wirkt sich auch auf den Mutterkonzern aus. Volkswagen kam 2025 auf einen Flottendurchschnitt von 100 Gramm CO2 je Kilometer. Das Ziel lag bei 93,6 Gramm. Für die Jahre 2025 bis 2027 gilt eine Flexibilitätsregel: Die Überschreitung aus 2025 kann durch bessere Werte in 2026 und 2027 ausgeglichen werden.
Ohne die emissionsintensive Porsche-Flotte wird diese Aufgabe für Volkswagen etwas leichter. Die CO2-Bilanz der übrigen Marken muss VW dennoch verbessern. Die Belastung durch die Sportwagensegmente entfällt aber.
Zeitgewinn, kein strukturelles Gegenmittel
Der CO2-Pool mit Xpeng verschafft Porsche regulatorische Luft für zwei Jahre. Das eigentliche Problem löst er nicht. Solange Elektromodelle wie der Taycan schwach nachgefragt werden und Verbrenner das Kerngeschäft dominieren, steigen die Flottenemissionen weiter. Die EU-Grenzwerte werden ab 2030 deutlich strenger.
Für Einkäufer und Produktionsverantwortliche in der Zulieferindustrie ist das ein Signal. Die Abhängigkeit europäischer Hersteller von chinesischen Partnern bei der Emissionsbilanzierung dürfte kein Einzelfall bleiben. Wer Komponenten für Verbrenner- oder Hybridplattformen liefert, sollte die regulatorischen Druckpunkte seiner Kunden kennen. Der Xpeng-Deal zeigt, wie nah diese Druckpunkte bereits wirken.



















