Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Deutschlands Schülerinnen und Schüler schneiden bei PISA 2025 so schwach ab wie nie seit dem Start der OECD-Vergleichsstudie im Jahr 2000. In Mathematik sank der Punktwert von 475 auf 464, beim Lesen von 480 auf 465. In Naturwissenschaften liegt der Wert bei 486 Punkten nach 492 im Jahr 2022. Für Unternehmen, die auf qualifizierten Nachwuchs angewiesen sind, ist das eine konkrete Planungsgröße.

Ausmaß der Kompetenzlücken

Jedem dritten Jugendlichen fehlen grundlegende Fähigkeiten in Lesen und Mathematik. Jedem vierten mangelt es an Basiskenntnissen in Naturwissenschaften. Gut jeder Fünfte erreicht in keinem der drei Bereiche ein ausreichendes Grundniveau. Das sind keine statistischen Randwerte. Das beschreibt einen erheblichen Anteil jedes Jahrgangs, der in Ausbildung und Beruf einsteigt.

An der Studie nahmen in Deutschland rund 6.700 Schülerinnen und Schüler an 250 Schulen teil. Weltweit waren mehr als 760.000 Jugendliche beteiligt. Die OECD wertet den Rückgang in Mathematik und Lesen als statistisch gesichert. Beim Naturwissenschaftswert ist der Unterschied zu 2022 laut OECD nicht eindeutig signifikant, liegt aber ebenfalls auf dem tiefsten Stand der gesamten Messreihe.

Folgen für Ausbildung und MINT-Berufe

Grundrechnen und Textverstehen als Engpass

Betriebe berichten seit Jahren, dass Bewerberinnen und Bewerber grundlegende Rechenaufgaben nicht sicher beherrschen. Die PISA-Daten bestätigen diesen Befund mit Zahlen. Wer in der Produktion Messwerte interpretiert, Toleranzen berechnet oder technische Zeichnungen liest, braucht Kompetenzen, die laut Studie bei einem wachsenden Teil der Schulabgänger fehlen.

Lesekompetenz betrifft nicht nur kaufmännische Berufe. Auch in technischen Ausbildungen müssen Arbeitsanweisungen, Sicherheitsdatenblätter und Normdokumente verstanden werden. Wer Texte überfliegt statt sie zu durchdringen, macht Fehler. Das erhöht den Aufwand in der betrieblichen Ausbildung.

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MINT-Nachwuchs unter Druck

Für Ingenieursberufe, Mechatronik, Chemie und IT gilt: Naturwissenschaftliche Grundbildung ist Voraussetzung, keine Option. Der Rückgang auf 486 Punkte in den Naturwissenschaften setzt den Trend der vergangenen Jahre fort. Unternehmen, die gezielt MINT-Nachwuchs aufbauen, müssen mit schlechteren Startvoraussetzungen rechnen.

Der Digitalverband Bitkom hat darauf hingewiesen, dass im Bereich künstlicher Intelligenz Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften Grundvoraussetzung sind. Wer digitale Systeme verstehen und bewerten will, braucht analytisches Denken. Das setzt Basiskompetenzen voraus, die laut PISA 2025 bei einem wachsenden Teil der Jugendlichen nicht vorhanden sind.

Soziale Herkunft als Verstärker

Deutschland gehört zu den Ländern, in denen der Bildungserfolg besonders stark vom sozioökonomischen Hintergrund abhängt. Das vergrößert die Kluft innerhalb eines Jahrgangs. Für Betriebe bedeutet das: Der Bewerbermarkt wird nicht nur enger, sondern auch heterogener. Ausbildungsbetriebe, die bisher auf ein verlässliches Mindestniveau bei Schulabgängern setzen konnten, müssen diesen Ansatz überprüfen.

Kein neues Problem, aber ein verschärftes

Der erste PISA-Schock im Jahr 2000 hatte Bildungsreformen ausgelöst. Die Werte verbesserten sich in den folgenden Jahren. Seit 2012 sinken sie wieder. Die Ergebnisse von 2025 liegen nun unter dem Niveau von 2000. Ein Vierteljahrhundert Bildungspolitik hat die Ausgangslage nicht stabilisiert.

Studienleiter Samuel Greiff hält die aktuellen Werte für den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen. Co-Autor Francesco Avvisati beschreibt einen strukturellen Rückzug: Junge Menschen verlieren den Glauben daran, dass Bildung sich lohnt. Das ist kein kurzfristiges Phänomen.

Fazit

Die PISA-Ergebnisse 2025 beschreiben die Qualität des Bewerberfelds, das Betrieben in den nächsten Jahren zur Verfügung steht. Wer Ausbildungsplätze besetzt, Produktionspersonal einarbeitet oder technische Fachkräfte entwickelt, wird die Kompetenzlücken unmittelbar spüren. Betriebe, die bereits heute in Auswahlverfahren und betriebliche Grundlagenförderung investieren, sind besser aufgestellt. Eine schnelle Trendwende ist auf Basis der Daten nicht zu erwarten.

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