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Pilz aus Ostfildern hat zwei neue Dienstleistungen zur Industrial Security eingeführt: Security Evaluation of Machinery (SEM) und Security Assessment of Machinery (SAM). Beide richten sich an Betreiber vernetzter Maschinen und Anlagen, die gesetzliche Anforderungen umsetzen müssen.
Was hinter SEM und SAM steckt
SEM bewertet den Security-Status einzelner Maschinen oder ganzer Maschinenparks. Das Ergebnis ist eine priorisierte Liste kritischer Sicherheitslücken mit konkretem Handlungsbedarf. Für Produktionsverantwortliche bedeutet das einen strukturierten Einstieg in die Bestandsaufnahme, ohne eigene Expertise in OT-Security voraussetzen zu müssen.
SAM ist eine vollständige Security-Risikobeurteilung nach der Normenreihe IEC 62443. Diese Norm definiert Anforderungen an die Sicherheit industrieller Automatisierungs- und Steuerungssysteme. SAM umfasst die Analyse von Netzwerksegmentierungen und Schnittstellen sowie die Bewertung möglicher Angriffspfade. Am Ende stehen konkrete Maßnahmen zur Risikominderung.
Gesetzlicher Druck als Treiber
Die EU-Maschinenverordnung (MVO) und der Cyber Resilience Act (CRA) stellen Hersteller und Betreiber vor neue Pflichten. Maschinen müssen nachweislich gegen Cyberangriffe abgesichert sein. Wer das nicht dokumentieren kann, riskiert Marktausschluss oder Haftung.
Das KRITIS-Dachgesetz, das Ende Januar 2026 beschlossen wurde, verschärft die Anforderungen für Betreiber kritischer Infrastrukturen. Auch Produktionsbetriebe, die Zulieferer kritischer Sektoren sind, geraten damit in den Fokus regulatorischer Prüfungen.
OT-Security als eigenes Feld
Operational Technology Security, kurz OT-Security, unterscheidet sich grundlegend von klassischer IT-Sicherheit. In der Produktion laufen Maschinen oft jahrelang ohne Updates. Netzwerkstrukturen sind historisch gewachsen. Steuerungssysteme reagieren anders auf Sicherheitsscans als Büro-IT.
Pilz ist seit Jahrzehnten im Bereich Maschinensicherheit aktiv und kennt die technischen Eigenheiten industrieller Umgebungen. SEM und SAM ergänzen ein bestehendes Portfolio, das Schulungen, Software und Schutzeinrichtungen umfasst.
Kombination oder Einzeleinsatz möglich
Beide Dienste können unabhängig voneinander oder gemeinsam beauftragt werden. SEM eignet sich als erster Schritt für Betriebe, die noch keinen Überblick über ihre Security-Lage haben. SAM folgt dann als vertiefte Analyse und Grundlage für Investitionsentscheidungen.
Markt für OT-Security-Dienstleistungen wächst
Pilz ist nicht der einzige Anbieter in diesem Segment. DEKRA bietet seit Kurzem ein Zertifizierungstraining für OT-Security-Profis an. BearingPoint hat ein 25-köpfiges Cyber-Security-Expertenteam aufgebaut. Der Markt reagiert auf einen realen Bedarf, der durch die Regulierung noch beschleunigt wird.
Fazit
Die gesetzlichen Fristen laufen. Wer vernetzte Maschinen betreibt oder beschafft, muss Security-Nachweise erbringen können. Strukturierte Bewertungsdienstleistungen wie SEM und SAM liefern dafür eine dokumentierbare Grundlage. Relevant ist dabei, welcher Anbieter die spezifische Maschinenumgebung tatsächlich kennt und nicht nur allgemeine IT-Security-Methoden auf die Produktion überträgt.




















