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Der Cyber Resilience Act verpflichtet Hersteller vernetzter Produkte ab Ende 2027 zu durchgängiger IT-Sicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus. Viele Industrieunternehmen stehen noch am Anfang der Umsetzung. Die Profibus Nutzerorganisation (PNO) veranstaltet am 30. September 2026 in Frankfurt am Main den PI Security Tag, eine kostenlose Fachtagung für Entwickler und Anwender industrieller Kommunikationssysteme.

Was der CRA konkret verlangt

Der Cyber Resilience Act der EU schreibt vor, dass Produkte mit digitalen Elementen bereits ab der Entwicklungsphase Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen. Das BSI hat dazu technische Richtlinien veröffentlicht. Hersteller tragen Verantwortung für Sicherheitsupdates über die gesamte Nutzungsdauer eines Geräts. Für Produzenten von Feldgeräten, Steuerungen und vernetzter Messtechnik bedeutet das: Sicherheit ist kein optionales Feature mehr, sondern Pflichtbestandteil des Produktdesigns.

Das Fraunhofer IEM hat darauf hingewiesen, dass täglich mehr als 100 neue Sicherheitslücken in digitalen Produkten identifiziert werden. Der CRA reagiert auf genau diesen Befund. Unternehmen, die den Anforderungen nicht nachkommen, riskieren Marktzugangssperren im EU-Binnenmarkt.

Programm des PI Security Tag

Die Fachtagung der PNO behandelt mehrere Themenblöcke: bewährte und neue Sicherheitskonzepte für die industrielle Kommunikation sowie die Absicherung von Automatisierungssystemen auf Basis von Profinet und IO-Link. Beide Kommunikationsstandards sind in der Prozess- und Fertigungsindustrie weit verbreitet.

Praktische Umsetzung regulatorischer Vorgaben

Ein Schwerpunkt liegt auf der praktischen CRA-Umsetzung. Referenten erläutern, wie die regulatorischen Anforderungen in bestehende Entwicklungs- und Betriebsprozesse integriert werden können. Diskutiert werden außerdem Harmonisierungsaktivitäten mit anderen Branchenverbänden, um einheitliche Sicherheitsstandards zu fördern.

Deep Dives in Profinet und IO-Link Security

Die technischen Sessions bieten vertiefte Einblicke in Profinet Security und IO-Link Security. Teilnehmer können eigene Fragestellungen und Anwendungsfälle einbringen. Eine begleitende Microfair schafft Raum für Networking und direkten Austausch mit beteiligten Unternehmen, darunter VEGA Grieshaber, Meister Strömungstechnik und Elementar Analysensysteme.

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Was das für Produktions- und Einkaufsverantwortliche bedeutet

Wer Automatisierungskomponenten beschafft oder einsetzt, muss künftig prüfen, ob Lieferanten die CRA-Anforderungen erfüllen. Das betrifft Feldgeräte, Gateways, Steuerungen und jede Komponente mit Netzwerkanbindung. Einkauf und Engineering müssen diese Kriterien in Ausschreibungen verankern. Anbieter, die keine Nachweise zur CRA-Konformität liefern können, werden mittelfristig aus dem Wettbewerb fallen.

Für Produktionsleiter stellt sich außerdem die Frage bestehender Anlagen. Der CRA gilt primär für neue Produkte. Wer heute Anlagen modernisiert oder erweitert, sollte die Sicherheitsarchitektur von Anfang an einplanen. Nachträgliche Absicherung ist aufwendig und teuer.

Fazit

Der PI Security Tag am 30. September 2026 in Frankfurt bietet Fachleuten aus Produktion, Entwicklung und Einkauf eine konkrete Möglichkeit, den Stand der industriellen IT-Sicherheit zu überprüfen. Der Eintritt ist kostenlos. Der CRA ist kein fernes Regulierungsprojekt mehr. Die Umsetzungsfristen laufen. Wer jetzt keine Strategie entwickelt, wird sie unter Zeitdruck nachholen müssen.