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OpenAI weitet seine Präsenz in Deutschland aus. Neben dem bestehenden Standort München soll Berlin als zweiter Standort hinzukommen. Das kündigte Firmenchef Sam Altman in einem Interview mit dem Handelsblatt an. Einen konkreten Eröffnungstermin nannte er nicht, sprach aber von einer baldigen Umsetzung.
Deutschland als strategischer Kernmarkt
OpenAI stuft den deutschen Markt als einen der dynamischsten weltweit ein. Nach Unternehmensangaben ist Deutschland der größte ChatGPT-Markt in Europa. Weltweit belegt Deutschland demnach einen Platz unter den Top drei, gemessen an zahlenden Abonnenten.
Als Beleg nannte Altman die Kooperation mit der Deutschen Telekom. Weitere Details zur Art der Zusammenarbeit wurden nicht genannt.
Rechenzentren in Deutschland geplant
Altman sprach sich für den Aufbau eigener Rechenzentren in der Bundesrepublik aus. Er begründete das mit der wachsenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Gespräche mit deutschen Regierungsvertretern über mögliche Standorte habe er bereits geführt. Konkrete Entscheidungen gibt es nach seinen Worten aber noch nicht.
Für Industrieunternehmen ist das relevant. Rechenzentren in Deutschland bedeuten kürzere Datenwege und können regulatorische Anforderungen vereinfachen, etwa beim Einsatz von KI-Lösungen in der Produktion oder im Einkauf.
Datenschutz: Altman weist Missbrauchsvorwürfe zurück
Ein zentrales Hemmnis beim Einsatz von KI-Werkzeugen im Unternehmensumfeld sind Bedenken zum Datenschutz. Betriebliches Know-how und vertrauliche Prozessdaten könnten bei der Nutzung externer KI-Dienste abfließen, so die Befürchtung vieler Einkaufs- und Produktionsverantwortlichen.
Altman wies den Verdacht zurück, dass OpenAI Eingaben von Geschäftskunden zum Training künftiger Modelle verwendet. Für Unternehmenskunden biete man eine verbindliche Null-Daten-Speicherung an. Dabei werden übertragene Daten nicht für spätere Auswertungen gesichert.
Für Unternehmen mit sensiblen Fertigungs- oder Konstruktionsdaten ist das ein relevanter Faktor. Ob es ausreicht, hängt von den internen Compliance-Anforderungen und der Vertragsgestaltung im Einzelfall ab.
Plattformanbieter statt Wettbewerber
Altman positioniert OpenAI ausdrücklich als Plattformanbieter. Ziel sei es, die Wirtschaft als Partner zu unterstützen und nicht mit den eigenen Kunden in Konkurrenz zu treten. Das ist eine direkte Antwort auf Bedenken, die vor allem in Branchen mit proprietären Daten und Geschäftsmodellen laut werden.
Für Unternehmen, die KI-Dienste von OpenAI nutzen oder deren Einsatz prüfen, sind die Berliner Pläne und die Rechenzentrumsankündigungen ein Signal. Die lokale Infrastruktur wächst. Vertragsrechtliche und datenschutzrechtliche Fragen bleiben davon unberührt und müssen im Einzelfall geklärt werden.
Fazit
OpenAI baut seine Strukturen in Deutschland aus. Ein zweites Büro in Berlin und mögliche eigene Rechenzentren signalisieren ein langfristiges Engagement. Für Unternehmen im Mittelstand und in der Industrie ändert das kurzfristig wenig am Alltag. Mittelfristig kann eine lokale Infrastruktur Integrations- und Compliance-Fragen erleichtern. Die Datenschutzzusagen Altmans sind ein erster Schritt, ersetzen aber keine eigene rechtliche Prüfung.




















