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Seit 1977 vergibt die Aktion Plagiarius e.V. ihren Negativpreis an Hersteller und Händler besonders dreister Plagiate und Fälschungen. Zum 51. Mal wird der Schmähpreis im Februar 2027 in Frankfurt verliehen. Die Einreichfrist läuft bis zum 30. Oktober 2026. Wer bis zum 30. September einreicht, profitiert vom Frühbuchertarif.
Wer kann einreichen und was wird bewertet?
Teilnahmeberechtigt sind Unternehmen, Designer und Erfinder, die ein Originalprodukt mit einer mutmaßlichen Nachahmung belegen können. Einzureichen sind das Originalprodukt und das vermutliche Plagiat, jeweils inklusive Verpackung, sowie ein unterzeichnetes Anmeldeformular.
Ergänzend akzeptiert die Aktion Plagiarius Korrespondenz mit dem Nachahmer, Nachweise über eingetragene Schutzrechte sowie weitere bewertungsrelevante Unterlagen. Je vollständiger die Dokumentation, desto belastbarer die Grundlage für die Jurybewertung.
Eine jährlich neu besetzte Jury wählt die Preisträger aus. Vor der Entscheidung werden die nominierten Nachahmer schriftlich informiert und können Stellung nehmen.
Öffentlicher Druck als Instrument gegen Fälscher
Der Wettbewerb setzt auf Transparenz statt Vertraulichkeit. Die eingereichten Originale und Plagiate werden während der Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt öffentlich ausgestellt. Die Messe findet vom 29. Januar bis 2. Februar 2027 statt.
Anschließend sind die ausgezeichneten Produkte im Museum Plagiarius in Solingen dauerhaft zu sehen, ergänzt durch Wanderausstellungen und eine Onlinepräsenz. Diese öffentliche Bloßstellung hat laut den Veranstaltern in der Vergangenheit mehrfach Wirkung gezeigt: Nachahmer haben Restbestände vom Markt genommen oder Unterlassungserklärungen abgegeben.
Wirtschaftliche Dimension der Produktpiraterie
Produktpiraterie ist kein Randproblem. Sie trifft Unternehmen jeder Größe: Mittelständische Spezialisten verlieren Marktanteile, wenn günstige Kopien ihre Entwicklungsleistung entwerten. Gefälschte Industriekomponenten verursachen Sicherheitsrisiken in Maschinen und Anlagen. Die Kosten entstehen durch entgangene Umsätze, Schutzrechtsstreitigkeiten, Rückrufe und Reputationsschäden.
Das Deutsche Patent- und Markenamt hat Plagiate wiederholt als massive Gefahr für Wirtschaft und Verbraucher eingestuft. Der Plagiarius-Wettbewerb bietet betroffenen Unternehmen ein öffentlichkeitswirksames Mittel, konkrete Fälle sichtbar zu machen.
Anmeldung und Fristen im Überblick
Die Einreichung erfolgt über die Website der Aktion Plagiarius unter der Rubrik „Wettbewerb“. Dort sind das Anmeldeformular, die Teilnahmebedingungen und Informationen zur Datenverarbeitung abrufbar. Die reguläre Einreichfrist endet am 30. Oktober 2026. Bis zum 30. September 2026 gilt ein vergünstigter Frühbuchertarif.
Fazit
Der Plagiarius-Wettbewerb ist kein juristisches Instrument, ergänzt den Rechtsweg aber um öffentlichen Druck. Für Unternehmen, die konkrete Fälschungsfälle dokumentiert haben, ist die Einreichung ein vergleichsweise niedrigschwelliger Weg, Nachahmer in die Pflicht zu nehmen. Die Frist läuft. Wer Fälle hat, sollte die Unterlagen jetzt zusammenstellen.




















