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Volkswagen hat beim Versuch, externe Kapitalgeber für Moia zu gewinnen, keinen Erfolg erzielt. Die letzten verbliebenen Interessenten sind abgesprungen. Konzernchef Oliver Blume hatte über Monate hinweg bei Investoren für das Vorhaben geworben. Nun soll das Programm neu strukturiert werden.

Was gescheitert ist

Moia ist die Mobilitätstochter des Volkswagen-Konzerns mit Sitz in Hamburg. Die Gesellschaft betreibt dort einen Fahrdienst mit elektrischen Kleinbussen und arbeitet parallel an Technologien für autonomes Fahren. VW hatte versucht, Co-Investoren zu gewinnen, um die Kosten für diesen Entwicklungspfad auf mehrere Schultern zu verteilen. Das ist nicht gelungen.

Externe Kapitalgeber sind ein gängiges Instrument bei teuren Technologieprojekten. Waymo, die Robotaxi-Tochter von Alphabet, hat über mehrere Finanzierungsrunden Milliarden von externen Partnern eingeworben. Volkswagen wollte einen ähnlichen Weg gehen. Der Markt hat dieses Angebot nicht angenommen.

Was das für den Konzern bedeutet

Der gescheiterte Anteilsverkauf verschärft die Lage für Volkswagen. Der Konzern steckt ohnehin in einer schwierigen Phase: sinkende Absatzzahlen in China, Kostendruck in Europa, laufende Debatten über Werksschließungen und Stellenabbau in Deutschland. Jedes zusätzliche Finanzierungsproblem erhöht den Druck auf die Konzernbilanz.

Das bedeutet nicht zwingend das Ende von Moia. Der Hamburger Fahrdienst läuft weiterhin. Auch der autonome ID. Buzz, der selbstfahrende Kleinbus auf Basis des VW-Transporters, ist nicht automatisch vom Tisch. Ohne externe Geldgeber muss VW die Entwicklung aber vollständig aus eigenen Mitteln stemmen oder den Umfang des Projekts reduzieren.

Autonomes Fahren kostet Milliarden

Die Entwicklung von Systemen für autonomes Fahren der Stufe 4, bei der kein menschlicher Fahrer eingreifen muss, ist kapitalintensiv. Weltweit haben Unternehmen dafür in den vergangenen Jahren zweistellige Milliardenbeträge aufgewendet, ohne dass sich ein breites kommerzielles Geschäft etabliert hat. Waymo bildet derzeit die Ausnahme mit einem laufenden Betrieb in einigen US-Städten. Für alle anderen ist die Profitabilität nicht in Sicht.

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In diesem Umfeld zögerliche Investoren zu überzeugen ist schwer. Das gilt besonders dann, wenn der potenzielle Partner selbst unter finanziellem Druck steht und kein dominantes Software-Asset vorweisen kann. Genau das ist das Problem von VW gegenüber Wettbewerbern wie Tesla oder chinesischen Anbietern wie Baidu Apollo.

Neuaufstellung: Was bekannt ist

Berichten zufolge soll Moia intern neu aufgestellt werden. Details zur künftigen Struktur sind nicht öffentlich. Ohne externe Kapitalpartner liegt die Entscheidung über Mittelzuweisung und Projektstrategie vollständig beim VW-Konzern. Das gibt dem Wolfsburger Management mehr Kontrolle, aber auch mehr Verantwortung für die Kosten.

Für Zulieferer und Technologiepartner, die auf Aufträge im Zusammenhang mit dem autonomen ID. Buzz gesetzt haben, ist die Lage unsicher. Projektvolumina und Zeitpläne können sich durch eine Neuaufstellung verschieben.

Einordnung für Industrie und Mittelstand

Der Fall Moia steht nicht allein. Er zeigt, dass Kapitalmärkte für europäische Mobilitätstechnologie derzeit zurückhaltend sind. Wer als Zulieferer oder Technologiepartner in Vorleistung gegangen ist, muss prüfen, wie belastbar die zugrundeliegenden Planungen noch sind.

Für Unternehmen, die selbst über Investitionen in autonome Logistik oder Flottenautomatisierung entscheiden, liefert dieser Vorgang einen konkreten Hinweis: Selbst ein Konzern mit dem finanziellen Gewicht von Volkswagen findet für diese Technologiestufe keine Mitfinanzierung am Markt. Das ist ein messbares Signal über den Stand der Technologiereife und die Risikobereitschaft institutioneller Investoren.

Fazit

Volkswagen steht bei Moia ohne externe Partner da. Das Programm wird neu aufgestellt, die Zukunft des autonomen ID. Buzz bleibt offen. Für den Konzern bedeutet das mehr Eigenfinanzierungsrisiko in einem ohnehin angespannten Umfeld. Für die Branche zeigt es, dass der Markt für Robotaxi-Technologie in Europa noch keine tragfähige Investitionsgrundlage bietet.

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