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Rund 5,3 Millionen Erwerbstätige in Deutschland wollen ihre Arbeitszeit verändern. Das zeigen erste Ergebnisse des Mikrozensus 2025, den das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlicht hat. Bei insgesamt rund 46 Millionen Erwerbstätigen ist das etwa jede neunte Person. Für Personalverantwortliche in Produktion und Mittelstand bedeutet das: Ein erheblicher Teil der Belegschaft arbeitet nicht im selbst gewünschten Stundenrahmen.

Die Zahlen im Detail

Von den 5,3 Millionen Beschäftigten mit Arbeitszeitwunsch möchten 3,8 Millionen weniger arbeiten. Davon entfallen 3,3 Millionen auf Vollzeitbeschäftigte und 0,5 Millionen auf Teilzeitkräfte. Wer kürzer treten möchte, arbeitet derzeit im Schnitt 40,9 Stunden pro Woche. Angestrebt werden rund 30,4 Stunden, also gut zehn Stunden weniger.

Auf der anderen Seite stehen 1,5 Millionen Beschäftigte, die mehr arbeiten würden. Davon sind 1,1 Millionen aktuell in Teilzeit tätig. Ihre durchschnittliche Ist-Arbeitszeit liegt bei 26,2 Stunden. Gewünscht sind rund 36,7 Stunden pro Woche, ebenfalls eine Differenz von gut zehn Stunden.

Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Vollzeitbeschäftigte Männer arbeiten im Schnitt 41,1 Stunden pro Woche, Frauen in Vollzeit kommen auf 39,6 Stunden. Bei Teilzeitkräften dreht sich das Bild: Frauen arbeiten dort durchschnittlich 22,1 Stunden, Männer 19,9 Stunden.

Deutliche Unterschiede zeigen sich auch bei den Arbeitszeitwünschen. Im Vollzeitbereich wollen 13,5 Prozent der Frauen ihre Arbeitszeit reduzieren, bei den Männern sind es 10,3 Prozent. Bei Teilzeitbeschäftigten ist das Verhältnis umgekehrt: 10,4 Prozent der Männer würden gerne mehr arbeiten, bei den Frauen sind es 7,4 Prozent.

Gesamtwirkung auf den Arbeitsmarkt

Destatis hat auch durchgerechnet, was passieren würde, wenn alle Betroffenen ihre Wünsche umsetzen könnten. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in Deutschland würde um 0,6 Stunden sinken, also um 36 Minuten. Ausgangspunkt ist die gewöhnlich geleistete Wochenarbeitszeit von 34,7 Stunden im Jahr 2025.

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Der Effekt ist rechnerisch gering. Für einzelne Betriebe mit angespannter Personalsituation kann er dennoch relevant sein. Wer Vollzeitkräfte verliert, weil diese in Teilzeit wechseln, muss die fehlenden Kapazitäten anderweitig decken.

Was das für Betriebe bedeutet

Vollzeit unter Druck

Mehr als drei Millionen Vollzeitkräfte wollen kürzertreten. In der Produktion, wo Schichtmodelle und Taktzeiten wenig Spielraum lassen, ist das schwer abzufangen. Betriebe, die auf feste Besetzungspläne angewiesen sind, stehen vor einem strukturellen Problem. Flexible Arbeitszeitmodelle sind dort technisch oft nicht umsetzbar.

Ungenutzte Kapazitäten bei Teilzeitkräften

Gleichzeitig wollen 1,1 Millionen Teilzeitbeschäftigte mehr arbeiten. Wer in der Personalplanung die Stundenkapazitäten seiner Teilzeitkräfte systematisch erfasst, kann fehlende Stunden möglicherweise intern ausgleichen, ohne neu einzustellen. Das setzt voraus, dass die rechtlichen und tariflichen Rahmenbedingungen im jeweiligen Betrieb das erlauben.

Vergütung als Bremse

Eine Arbeitszeitreduktion ist in der Regel mit einer entsprechenden Gehaltssenkung verbunden. Destatis berücksichtigt diesen Zusammenhang in seiner Berechnung ausdrücklich. Für Betriebe bedeutet das: Der Wunsch nach weniger Arbeitszeit ist nicht automatisch gleichzusetzen mit einer Kündigung oder einem Wechsel. Viele Beschäftigte werden die Konsequenz für das Einkommen abwägen.

Fazit

Die Mikrozensus-Daten liefern kein dramatisches Ergebnis, aber ein klares Signal. Ein nennenswerter Teil der Belegschaft in deutschen Betrieben arbeitet nicht so, wie er es sich wünscht. Das gilt für Vollzeitkräfte, die weniger wollen, ebenso wie für Teilzeitkräfte, die mehr leisten könnten. Wer diese Diskrepanz ignoriert, riskiert stille Unzufriedenheit und mittelfristig Fluktuation. Wer sie systematisch adressiert, gewinnt möglicherweise Spielraum, ohne zusätzliche Stellen besetzen zu müssen.