Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Ein US-Rüstungsunternehmen will die Lücke schließen, die Washington hinterlassen hat. Das 2024 gegründete Unternehmen Covenant plant, ab Anfang 2027 in der Nähe von Leipzig Mittelstrecken-Marschflugkörper zu fertigen. Die Reichweite soll mehr als 1500 Kilometer betragen, die Jahreskapazität bis zu 1000 Stück. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Tomahawk-Ausfall als Auslöser
Der Hintergrund ist ein politischer Rückzieher. Die USA haben angekündigt, Deutschland entgegen früherer Zusagen keine Tomahawk-Marschflugkörper zu liefern. Tomahawks gelten als Präzisionswaffen mit großer Reichweite, sind aber teuer. Das Bundesverteidigungsministerium sucht seitdem nach günstigeren Alternativen, die in großer Stückzahl beschafft werden können.
Covenant positioniert sich genau in dieser Lücke. Das System soll billiger sein als der Tomahawk und in deutlich höheren Stückzahlen verfügbar werden. Covenant und das Bundesverteidigungsministerium haben sich auf Anfrage nicht geäußert.
Produktion in Deutschland, Komponenten aus Europa
Obwohl Covenant ein US-Unternehmen ist, soll die Lieferkette überwiegend in Deutschland und Europa verankert sein. Das ist für Zulieferer aus dem deutschen Mittelstand relevant. Wer Präzisionsteile, Elektronikkomponenten oder Strukturbauteile für Luftfahrt- und Verteidigungsanwendungen fertigt, könnte in den Fokus des Unternehmens geraten.
Der Produktionsstandort in Sachsen wäre die erste vollständige US-Raketenproduktion auf deutschem Boden. Der Freistaat Sachsen hat eine dichte Industriestruktur in der Elektronik- und Maschinenbaufertigung. Für die Region bedeutet das Vorhaben potenziell neue Aufträge und Arbeitsplätze im Rüstungssegment.
Wer hinter Covenant steht
Gegründet wurde Covenant 2024. Hinter dem Unternehmen steht der US-Investor Michael Kaufman, der zuvor bei Thiel Capital tätig war. Zu den Geldgebern zählen Andreessen Horowitz und der Founders Fund. Das Unternehmen hat neben den deutschen Planungen auch Gesellschaften und Aktivitäten in Israel.
Das System wurde Reuters zufolge im August 2026 bei einem von den US-Streitkräften begleiteten Test in Marokko erprobt. Eine erste Auslieferung strebt Covenant für Anfang 2027 an. Bis dahin muss das Unternehmen Fertigung, Lieferkette und Zulassungsprozesse aufbauen – ein ambitionierter Zeitplan für ein noch junges Unternehmen.
Bedeutung für die deutsche Verteidigungsindustrie
Deutschland baut seine Verteidigungsausgaben aus. Der Sonderfonds von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr und die erhöhten NATO-Ziele schaffen Nachfrage nach Waffensystemen in Stückzahlen, die europäische Hersteller allein bislang nicht bedienen konnten.
Etablierte deutsche Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall verfolgen eigene Marschflugkörperprojekte. Covenant tritt in diesem Umfeld als Newcomer ohne langjährige Bundeswehr-Beziehungen an. Der Vorteil des Unternehmens liegt im Preis und in der angestrebten Produktionsgeschwindigkeit.
Für Einkaufsverantwortliche in der Zulieferindustrie stellt sich die Frage, ob Covenant tatsächlich lieferfähig wird. Ein Testflug in Marokko und Investorenzusagen ersetzen keine Serienreife. Gleichzeitig zeigt das Vorhaben, dass die Nachfrage nach günstig und schnell produzierbaren Präzisionsflugkörpern groß genug ist, um neues Kapital anzuziehen.
Fazit
Covenants Pläne für Leipzig sind eine direkte Antwort auf den Rückzug der USA beim Tomahawk-Export. Ob das Unternehmen den Zeitplan bis 2027 hält, ist offen. Für die deutsche Zulieferindustrie entsteht ein neuer potenzieller Auftraggeber im Rüstungssegment. Wer Komponenten für Luftfahrt und Verteidigung fertigt, sollte das Projekt im Blick behalten.




















