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Das US-israelische Rüstungsunternehmen Covenant plant eine Serienproduktion weitreichender Marschflugkörper in Sachsen. Im Raum Leipzig soll ab dem ersten Quartal 2027 das Waffensystem Anthem vom Band laufen. Im ersten Produktionsjahr peilt das Unternehmen 1.000 Stück an, mittelfristig sollen es 5.000 Stück pro Jahr werden. Das gab Covenant-Chefin Abigail Denburg bekannt.

Anthem: Technik und Preis als Verkaufsargument

Der Marschflugkörper Anthem ist für Präzisionsschläge tief im gegnerischen Gebiet ausgelegt, im Fachjargon als „Deep Strike“ bezeichnet. Er kann einen Gefechtskopf mit 200 Kilogramm Gewicht tragen. Zur kolportierten Reichweite von 1.500 Kilometern äußert sich Covenant nicht offiziell.

Das Unternehmen positioniert Anthem ausdrücklich über den Preis. Denburg beziffert die Stückkosten auf einen sechsstelligen Betrag, also unter einer Million US-Dollar. Vergleichbare westliche Systeme kosten üblicherweise mehrere Millionen US-Dollar pro Stück. Der US-amerikanische Tomahawk-Marschflugkörper, den die Bundesregierung beim Nato-Gipfel in Ankara für die Deutsche Marine bestellt hat, liegt in dieser deutlich höheren Preisklasse.

Bereits ein europäischer Produktionsvertrag gemeldet

Covenant bestätigt einen bestehenden Produktionsvertrag für Lieferungen ab dem Standort Deutschland. Wer der europäische Kunde ist, lässt Denburg offen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur befindet sich Covenant in Gesprächen mit der Bundeswehr und der zuständigen Beschaffungsbehörde. Eine offizielle Bestätigung steht aus.

Für die Bundeswehr wäre Anthem eine Ergänzung zum vorhandenen Taurus-Marschflugkörper des Rüstungskonzerns MBDA. Taurus ist in Deutschland verfügbar, aber eine Massenproduktion in kurzer Zeit ist damit nicht möglich. Hintergrund ist die russische Bedrohungslage, auf die die europäischen Nato-Staaten mit größeren Waffenvorräten reagieren wollen.

Junges Unternehmen mit bekannten Investoren

Covenant wurde 2024 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Washington. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben in drei Finanzierungsrunden mehr als 250 Millionen US-Dollar eingeworben, umgerechnet rund 215 Millionen Euro. Zu den Geldgebern zählt der Founders Fund, an dessen Gründung Peter Thiel beteiligt war. Thiel ist bekannt für seine Nähe zu US-Präsident Donald Trump und seine Kritik an liberalen Demokratien. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hatte öffentlich Bedenken gegenüber Thiels Einfluss geäußert.

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In Deutschland hat Covenant Generalleutnant a.D. Andreas Marlow als Berater gewonnen. Marlow war bis 2025 Stellvertreter des Heeresinspekteurs und leitete ab 2022 die EU-Ausbildungsmission für die ukrainischen Streitkräfte.

Massenproduktion als militärische Strategie

Covenant begründet den Fokus auf hohe Stückzahlen mit Abschreckungslogik. Denburg formuliert es direkt: Ein Angreifer kalkuliert das Risiko anders, wenn der Verteidiger über umfangreiche Waffenarsenale verfügt. Einzelne Präzisionsschläge reichten demnach nicht für glaubwürdige Abschreckung.

Parallel zur geplanten Fabrik in Sachsen betreibt Covenant einen Standort in Dallas, Texas, für den Bedarf der US-Streitkräfte. Die Trennung der Produktionsstätten nach Abnehmergruppen ist ein Modell, das auch andere Rüstungsunternehmen mit transatlantischer Ausrichtung verfolgen.

Fazit

Im Raum Leipzig entsteht ein neuer Rüstungsstandort. Covenant ist ein junges Unternehmen ohne Serienfertigungshistorie. Die angekündigten Stückzahlen und Preispunkte sind ambitioniert. Ob das Produktionsziel von 5.000 Marschflugkörpern pro Jahr erreichbar ist, hängt unter anderem von Lieferketten, Fachkräfteverfügbarkeit und behördlichen Genehmigungen ab.