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Mehr als 400 Maschinenbauunternehmen haben dem VDMA ein klares Bild geliefert: 67 Prozent berichten von Wettbewerbsprodukten aus Drittstaaten, die wesentliche Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen. Mehr als die Hälfte hat dadurch Aufträge verloren. Der Verband reagiert mit einem konkreten Forderungspaket an Politik und Behörden.
China, Indien, Türkei: Woher die Problemprodukte kommen
52 Prozent der befragten Unternehmen aus knapp 20 Fachzweigen des Maschinen- und Anlagenbaus nennen China als Hauptherkunftsland unsicherer Maschinen. Dahinter folgen Indien und die Türkei. Die Mängel reichen laut VDMA-Umfrage von fehlender CE-Kennzeichnung und fehlenden Notabschaltungen bis hin zu unzureichender elektrischer Sicherheit und mangelhaften Schutzeinrichtungen. Zu den teilnehmenden Unternehmen zählen Jungheinrich, die Homag Group und Baljer und Zembrod.
VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann formuliert es direkt: Sicherheit darf kein Wettbewerbsnachteil sein. Wer Notabschaltungen weglässt und Schutzgehäuse einspart, produziert billiger. Europäische Hersteller, die diese Komponenten vorschriftsgemäß einbauen, verlieren dadurch Aufträge.
Marktüberwachung: strukturell überfordert
Das zentrale Problem liegt bei der Kontrolle der Importe. Die Marktüberwachung ist in Deutschland auf die einzelnen Bundesländer verteilt. Das führt laut VDMA zu Reibungsverlusten und verhindert ein einheitliches Vorgehen. Den Behörden fehlen personelle und fachliche Kapazitäten, um Hinweise schnell zu prüfen.
Die Folgen sind messbar: Die meisten betroffenen Unternehmen melden bekannte Fälle gar nicht mehr. Wo Meldungen erfolgten, wurden die eingeleiteten Maßnahmen überwiegend als wenig wirksam bewertet. Auch gerichtliche Schritte gegen Anbieter nicht konformer Maschinen bleiben laut VDMA die Ausnahme.
Vier Forderungen des VDMA
Importverbote und eine Schwarze Liste
Der VDMA fordert ein Importverbot für Maschinen aus Drittstaaten, die nachweislich Sicherheitsanforderungen verletzen. Ergänzend soll eine öffentlich zugängliche Liste auffälliger Hersteller entstehen. Die USA und Indien setzen nach VDMA-Angaben bereits entsprechende Mechanismen ein.
Marktüberwachung aus einer Hand
Die fragmentierte Zuständigkeit soll durch eine zentrale Stelle ersetzt werden, um einheitliche Standards durchzusetzen und Ressourcen zu bündeln. Der Verband fordert außerdem mehr Produktkontrollen bereits beim Grenzübertritt, also vor dem Inverkehrbringen.
Verpflichtende EU-Repräsentanz
Hersteller aus Drittstaaten sollen in der EU haftbar gemacht werden können. Dazu brauchen sie eine validierte EU-Repräsentanz mit klar definierten Verantwortlichkeiten. Anonyme Briefkastenfirmen sollen durch eine verpflichtende Sicherheitsleistung unterbunden werden.
Was das für Betriebe bedeutet
Für Produktionsleiter und Einkäufer ergibt sich daraus eine konkrete Risikofrage. Wer Maschinen aus Drittstaaten beschafft, trägt als Betreiber in Deutschland die Verantwortung für den sicheren Betrieb. Das gilt unabhängig davon, ob die Anlage eine CE-Kennzeichnung trägt oder nicht. Eine CE-Plakette ohne gültige Konformitätserklärung und vollständige technische Dokumentation ist rechtlich wertlos.
Die VDMA-Umfrage zeigt zugleich, dass die Behörden dieses Risiko derzeit nicht systematisch aus dem Markt nehmen können. Betriebe, die günstige Importe einsetzen und dabei Sicherheitslücken übersehen, haften im Schadensfall selbst.
Fazit
Der VDMA legt mit der Umfrage eine belastbare Grundlage für seinen politischen Vorstoß vor. Die Forderungen sind konkret und orientieren sich an Modellen, die in anderen Märkten bereits existieren. Ob Bundesregierung und EU-Kommission reagieren, ist offen. Für Einkauf und Produktion gilt schon heute: Die Prüfpflicht beim Import liegt beim Betreiber, nicht bei der Behörde.




















