Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Der Verlag Mairdumont aus Ostfildern gibt seine Versandlogistik vollständig in fremde Hände. Müller Die lila Logistik übernimmt am Standort Blaufelden im Nordosten Baden-Württembergs ab dem 1. Januar 2027 sämtliche Logistikprozesse. Die Überführung der Lager- und Versandprozesse läuft bereits.
Outsourcing statt Eigenbetrieb
Mairdumont gehört zu den führenden Anbietern touristischer Informationen in Deutschland und Europa. Bisher hat der Verlag seine Versandlogistik im Eigenbetrieb organisiert. Diese Entscheidung wurde jetzt revidiert.
Der Hintergrund ist strategischer Natur. Verlage sehen sich mit veränderten Marktbedingungen konfrontiert: Digitale Konkurrenz, schwankende Auflagen und Kostendruck erzwingen Prioritäten. Mairdumont zieht daraus die Konsequenz und konzentriert sich künftig stärker auf Inhalte, Marken und Programmentwicklung.
Das Logistikgeschäft soll ein spezialisierter Partner tragen. Nach einer Marktsondierung fiel die Wahl auf Müller Die lila Logistik. Als ausschlaggebend nannte Mairdumont die Erfahrung des Dienstleisters in der Verlagsdistribution sowie ein überzeugendes Gesamtkonzept.
Umfang und Technik am Standort Blaufelden
Das ausgelagerte Volumen ist beträchtlich. Müller Die lila Logistik übernimmt rund 12.000 Paletten, 7.000 Titel sowie Programme von Partnerverlagen. Zum Leistungsumfang gehören Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung, Versand und Retourenbearbeitung.
Technisch stützt sich der Betrieb auf eine hochautomatisierte AutoStore-Lager- und Kommissionieranlage. AutoStore ist ein Cube-Storage-System, bei dem Roboter Behälter in einem dichten Raster bewegen und gezielt auslagern. Das System erlaubt hohe Lagerdichte bei vergleichsweise geringem Flächenbedarf und ermöglicht flexible Kapazitätsanpassungen bei schwankender Nachfrage, etwa in Reisesaisonspitzen.
Für einen Verlag wie Mairdumont wäre eine solche Anlage im Eigenbetrieb mit erheblichem Investitions- und Betriebsaufwand verbunden. Der Outsourcing-Ansatz vermeidet diese Kapitalbindung.
Was das Modell für produzierende Unternehmen bedeutet
Das Mairdumont-Muster ist kein Einzelfall. Viele mittelständische Unternehmen prüfen, ob eigenbetriebene Logistik noch zur Kernkompetenz gehört. Die Rechnung ist nicht trivial.
Spezialisierte Dienstleister bieten skalierbare Kapazitäten und Technologiezugang ohne Investitionsrisiko. Das auslagernde Unternehmen verliert dafür direkte Kontrolle über operative Prozesse und Servicelevel. Bei der Vertragsgestaltung sind klare KPIs, Eskalationswege und Ausstiegsklauseln Voraussetzung für ein funktionierendes Outsourcing-Verhältnis.
Für Unternehmen mit stark saisonalem Geschäft oder breitem Sortiment kann ein auf Automatisierung ausgerichteter Partner rechnerische Vorteile bringen. Voraussetzung ist die Kompatibilität der IT-Systeme auf beiden Seiten.
Fazit
Mairdumont lagert zum Jahreswechsel 2026/2027 seine gesamte Verlagslogistik an Müller Die lila Logistik aus. Das Volumen mit 12.000 Paletten und 7.000 Titeln ist für den Standort Blaufelden substanziell. Der Fall zeigt, dass spezialisierte Dienstleister Verlagslogistik als eigenständige Disziplin mit Automatisierungsbedarf und Skaleneffekten übernehmen. Für Einkaufs- und Logistikverantwortliche in anderen Branchen liefert er einen konkreten Referenzpunkt für eigene Outsourcing-Überlegungen.




















