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Daniel Křetínský will Uniper kaufen. Der tschechische Milliardär und Inhaber der EP Holding hat ein Angebot für Deutschlands wichtigsten Gasimporteur und Speicherbetreiber vorgelegt. Der Bund hält nach der Notverstaatlichung während der Energiekrise noch eine bedeutende Beteiligung an dem Düsseldorfer Konzern. Bereits 2024 begann die damalige Bundesregierung, den Ausstieg vorzubereiten. Jetzt ist ein prominenter Bieter aufgetreten.
Ein Konzern mit strategischer Schlüsselrolle
Uniper ist kein gewöhnliches Energieunternehmen. Der Konzern betreibt Gasspeicher, handelt mit Energie und versorgt Stadtwerke, Industriekunden und Versorger quer durch Europa. Das Unternehmen gliedert sich in drei Segmente: Grüne Erzeugung, Flexible Erzeugung und Greener Commodities. Wer Uniper kontrolliert, hat Einfluss auf einen erheblichen Teil der deutschen Gasinfrastruktur.
Genau das macht den Konzern für Křetínský interessant. Seine EP Holding ist bereits in mehreren europäischen Ländern im Energiesektor aktiv. In Deutschland gehört dem Tschechen unter anderem der Braunkohleproduzent MIBRAG, dessen Expansion in Sachsen-Anhalt begann. Eine Übernahme von Uniper wäre ein deutlicher Sprung in eine andere Gewichtsklasse.
Widerstand der Belegschaft ist absehbar
Die Gewerkschaft bei Uniper hat sich bereits positioniert. Sie fordert vom Bund Mitsprache bei der Privatisierung. Der Widerstand richtet sich nicht gegen Křetínský persönlich, sondern gegen einen unkontrollierten Verkauf an private Investoren grundsätzlich. Uniper wurde während der Energiekrise mit Staatsmitteln stabilisiert. Die Belegschaft sieht darin eine Verpflichtung des Staates, bei der Eigentümerfrage nicht allein auf den Preis zu schauen.
Für Unternehmen, die Uniper als Gaslieferanten oder Speicherpartner nutzen, ist diese Debatte nicht abstrakt. Ein Eigentümerwechsel kann Vertragsbedingungen, Investitionsprioritäten und die strategische Ausrichtung des Konzerns beeinflussen.
Uniper selbst setzt auf synthetische Kraftstoffe
Parallel zum Bieterprozess treibt Uniper sein Engagement im Bereich E-Fuels voran. Der Konzern hat einen langfristigen Abnahmevertrag mit dem Hersteller Arcadia E-Fuels unterzeichnet. Als Ankerkunde eines E-Kerosin-Werks in Dänemark will Uniper den Markthochlauf synthetischer Kraftstoffe in Europa unterstützen. E-Fuels sind synthetische Kraftstoffe, die aus erneuerbarem Strom und CO2 hergestellt werden. Sie gelten als Option für Branchen, die sich nicht direkt elektrifizieren lassen, etwa die Luftfahrt.
Uniper positioniert sich damit nicht mehr nur als Gasimporteur und Speicherbetreiber. Das Unternehmen versucht, sich entlang der Wertschöpfungskette synthetischer Energieträger zu verankern. Für einen potenziellen Käufer bedeutet das: Er erwirbt neben bestehender Infrastruktur auch Positionen in einem Markt, der noch im Aufbau ist.
Was Křetínskýs Interesse verrät
Die EP Holding ist kein Finanzinvestor mit kurzem Zeithorizont. Křetínský baut seit Jahren systematisch ein Portfolio im europäischen Energiesektor auf. Die Holding hält Beteiligungen in mehreren Ländern, darunter Gas, Kohle und erneuerbare Energien. Ein Einstieg bei Uniper würde den Zugang zu deutschen Gasspeichern, zu langfristigen Lieferverträgen und zu einer etablierten Handelsplattform eröffnen.
Für den Bund stellt sich die Frage, zu welchem Preis und unter welchen Auflagen er seine Beteiligung abgibt. Eine Auktion ohne Bedingungen dürfte politisch schwer durchzusetzen sein. Regulatorische Hürden, etwa aus dem Bereich der kritischen Infrastruktur, können den Prozess verzögern oder Auflagen erzwingen.
Fazit
Das Angebot von Křetínskýs EP Holding leitet eine neue Phase im Privatisierungsprozess von Uniper ein. Für Industriekunden und Stadtwerke, die auf Uniper als Versorger oder Speicherpartner angewiesen sind, ist der Ausgang dieser Transaktion operativ relevant. Wer das Unternehmen letztlich übernimmt und zu welchen Bedingungen, beeinflusst, wie stabil und zu welchen Konditionen Gasversorgung und Speicherkapazitäten in Deutschland mittelfristig verfügbar bleiben. Ein Abschluss ist noch nicht in Sicht.




















