Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Kunststoffrecycling scheitert in der Praxis oft nicht am Extruder, sondern an der Materialzuführung. Flakes, Folienschnipsel oder Fasern aus Endverbraucherabfällen haben eine Schüttdichte von teils nur zehn Kilogramm pro Kubikmeter. Herkömmliche Dosiersysteme kommen damit nicht zuverlässig zurecht. KraussMaffei Extrusion aus Laatzen hat dafür eine technische Antwort entwickelt: die Seitenfüttereinrichtung ZSA Ultracycle für Zweischneckenextruder.
Materialzuführung als Engpass im Recyclingprozess
Das Grundproblem ist bekannt: Ein Zweischneckenextruder kann mehr verarbeiten, als ihm zugeführt wird. Bei voluminösen Recyclingmaterialien begrenzt nicht die Maschinenkapazität den Durchsatz, sondern der Einzugsbereich. Typische Problemfälle sind PET-, LD-PE- und PP-Flakes sowie Fasern und Gewebe aus Polyamid und Polyester, etwa aus dem Textilrecycling.
Die ZSA Ultracycle verdichtet diese leichten Materialien bereits beim Einzug. Zwei Schnecken mit spezieller Geometrie fördern auch große Mengen zuverlässig in den Einzugsbereich des Extruders vom Typ ZE Bluepower. Die gravimetrische Dosierung, also die gewichtsbasierte Mengensteuerung, bleibt dabei stabil.
Weniger Prozessschritte, geringerer Anlagenbedarf
Der praktische Vorteil liegt im Wegfall von Vorverarbeitungsschritten. Bislang mussten viele Betreiber voluminöse Kunststoffe erst kompaktieren oder agglomerieren, bevor sie in den Extruder gelangten. Dieser Schritt entfällt mit der ZSA Ultracycle.
Materialzuführung, Aufschmelzen, Compoundieren, Entgasen und Filtration lassen sich in einem durchgehenden Prozess kombinieren. Das senkt die Zahl der benötigten Aggregate und reduziert den Energieeinsatz. Für Betreiber von Recyclinganlagen bedeutet das weniger Stellfläche, weniger Wartungsaufwand und geringere Betriebskosten.
Modularer Aufbau vereinfacht Wartung
Die Schnecken der ZSA Ultracycle sind modular aufgebaut. Verschlissene Elemente lassen sich einzeln austauschen, ohne die gesamte Schnecke ersetzen zu müssen. Das senkt die Ersatzteilkosten und verkürzt Stillstandzeiten. Der modulare Aufbau erlaubt außerdem die Anpassung an unterschiedliche Materialien und Anwendungen.
KraussMaffei gibt als Ergebnis einen gleichbleibenden Durchsatz, stabile Materialqualität und eine zuverlässige Prozessführung an. Schwankungen in der Materialqualität beeinflussen die Absatzfähigkeit des Rezyklats direkt, weshalb diese Parameter für Recyclingbetriebe zentral sind.
Vorstellung auf der Fakuma in Friedrichshafen
Erstmals öffentlich zu sehen ist die ZSA Ultracycle auf der Fakuma in Friedrichshafen, einer zentralen Fachveranstaltung für Kunststoffverarbeitung im deutschsprachigen Raum.
Fazit
Für Produktionsverantwortliche in der Kunststoffverarbeitung und im Recycling ist die ZSA Ultracycle eine technische Lösung für ein konkretes Engpassproblem. Wer voluminöse Recyclingmaterialien verarbeitet und derzeit Vorbehandlungsschritte einsetzt, sollte prüfen, ob ein vereinfachter Prozess auf Basis dieser Seitenfütterung wirtschaftlich tragfähig ist. Belastbare Vergleichszahlen zu Energieeinsparung und Durchsatzsteigerung sollten vor einer Investitionsentscheidung beim Hersteller angefordert werden.




















