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Wer Fertigungsanlagen, Prüfsysteme oder Automatisierungstechnik für Batteriezellwerke liefern will, braucht frühzeitig den Kontakt zu den Betreibern. Am 19. November 2026 bietet der Battery Manufacturing Day in Karlsruhe genau diese Gelegenheit. Die Veranstaltung richtet sich an Anlagenbauer, Zulieferer und Automobilhersteller, die in der europäischen Batterieproduktion Fuß fassen wollen.

Abhängigkeit von China bleibt hoch

Der Ausgangspunkt ist nüchtern. Deutschland importierte laut ZVEI-Fachverband im Jahr 2025 Batterien im Wert von rund 22 Milliarden Euro. Rund elf Milliarden Euro davon stammten aus China, 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei Lithium-Ionen-Akkus ist die Konzentration noch deutlicher: In den ersten fünf Monaten 2026 kamen laut Statistischem Bundesamt 64,1 Prozent der nach Deutschland importierten Lithium-Ionen-Akkus aus China.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI schätzte im vergangenen Jahr, dass Europa bis 2030 zwischen 50 und 60 Prozent seines Zellbedarfs aus eigener Produktion decken kann. Das EU-Ziel von 90 Prozent Selbstversorgung ist rechnerisch erreichbar, aber unsicher. Rund die Hälfte der modellierten Szenarien verfehlt diesen Wert.

1.200 Gigawattstunden geplante Kapazität in Europa

Der Battery Atlas 2026 der RWTH Aachen beziffert die in Europa geplante Zellkapazität auf rund 1.200 Gigawattstunden. Dahinter stehen Investitionen in Fertigungsanlagen, Qualitätssicherung und Digitalisierung, die sich auf Milliardenbeträge summieren. Neue Zellfabriken werden in den nächsten zwei bis drei Jahren ausgeschrieben. Wer jetzt keine Kontakte zu den Betreibern aufbaut, erfährt von den konkreten Anforderungen zu spät.

Der Battery Manufacturing Day in Karlsruhe versteht sich ausdrücklich als Matching-Format, nicht als Vortragsreihe. Zellfertiger treffen dort direkt auf Anlagenbauer und Zulieferer. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Batteriezellen und -module in Europa effizienter und mit weniger Importabhängigkeit herstellen lassen.

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Programm mit industriellem Fokus

Gunther Kellermann, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Batterien, eröffnet mit einer Keynote zur europäischen Zell- und Modulproduktion. Er legt aktuelle Markt- und Handelsdaten vor und ordnet politische Initiativen gegen die Importabhängigkeit ein.

Michael Müller von Capgemini Engineering behandelt die technische Komplexität einer Batteriezellfabrik. Knud Lembke, Director Production Planning and Technology Development Powertrain Worldwide bei Mercedes-Benz, berichtet über die Industrialisierung der Packmontage und den dortigen KI-Einsatz.

André Simmert, Geschäftsführer und CTO der Brainority Software, stellt den Batteriepass vor. Dieser ist durch EU-Regulierung für eine wachsende Zahl von Betrieben verpflichtend. Der Vortrag zeigt, wie ein funktionierender Pass in einer realen Fabrik aussieht. Marc Borlinghaus von Pressta Eisele erläutert, wie Batteriezellgehäuse durch Sägen gefertigt werden können.

Werksführung und Netzwerkabend ergänzen das Programm

Bestandteil der Veranstaltung ist eine Führung durch die Karlsruher Forschungsfabrik für KI-integrierte Produktion. Am Abend gibt es einen Netzwerkabend. Start-ups präsentieren Ideen zur Batteriezellproduktion auf der Bühne.

Blick über den Pkw-Markt hinaus

Eine abschließende Podiumsdiskussion weitet den Blickwinkel. Sie ordnet aktuelle EU-Regelwerke ein, darunter den Critical Raw Materials Act, den Industrial Accelerator Act und den Batteriepass. Der Vergleich mit China und den USA steht dabei explizit auf der Agenda.

Thematisiert werden auch Wachstumsmärkte jenseits des Pkw. Stationäre Stromspeicher, Marine, Luftfahrt und Verteidigung gelten als relevante Abnehmerbranchen für europäische Zellkapazitäten. Für Produktionsplaner und Einkäufer, die ihren Kundenkreis erweitern wollen, sind diese Segmente zunehmend kalkulierbar.

Fazit

Die europäische Batterieproduktion wächst, aber der Zeitplan ist eng. Wer Fertigungsanlagen, Automatisierung oder Prüftechnik für Zellfabriken liefern will, muss jetzt die Grundlage für Angebote legen. Der Battery Manufacturing Day am 19. November 2026 in Karlsruhe ist ein konkretes Forum, kein allgemeines Branchentreffen.

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