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Jungheinrich und Movu Robotics haben eine strategische Partnerschaft vereinbart. Jungheinrich wird bevorzugter Integrator für die Shuttle-Systeme des niederländischen Herstellers. Umgekehrt wird Movu bevorzugter Lieferant für Jungheinrich. Ziel ist es, hochautomatisierte Palettenlagerlösungen schneller und aus einem Guss zu realisieren.

Was die Partnerschaft konkret bedeutet

Im Mittelpunkt steht der Movu Atlas, ein 4-Wege-Shuttle-System für die mehrfachtiefe Palettenlagerung. 4-Wege bedeutet: Das Shuttle fährt in beide Richtungen eines Regalgangs und wechselt selbstständig die Gasse. Das ermöglicht hohe Lagerdichten bei vergleichsweise geringem Flächenbedarf.

Die Shuttles werden direkt in das Warehouse-Management-System von Jungheinrich eingebunden. Das WMS verwaltet die Bestände zentral und steuert Ein- und Auslagerungen. Fördertechnik, Regalbau und Software kommen aus dem Jungheinrich-Portfolio oder werden durch dessen Integrationsleistung zusammengeführt. Kunden erhalten damit ein durchgängiges System von einem Ansprechpartner.

Movu Robotics ist seit 2023 ein eigenständiges Unternehmen innerhalb der belgischen Stow Group. Stow ist als Regalspezialist bekannt. Die Shuttle-Systeme von Movu sind laut Unternehmensangaben in über 200 Lagerstandorten weltweit im Einsatz.

Laufende Projekte zeigen die Ausrichtung

Zwei Kundenprojekte illustrieren, worauf die Partnerschaft abzielt.

Coppenrath und Wiese: Verpackungslager wird zentralisiert

Beim Tiefkühl-Backwarenhersteller Conditorei Coppenrath und Wiese entsteht ein automatisiertes Lager für Verpackungsmaterial. Bisher war das Material dezentral gelagert. Das neue System führt diese Kapazitäten in einer zentralen Anlage zusammen. Acht Movu-Atlas-Shuttles sorgen für die mehrfachtiefe Lagerung. Regaltechnik, Fördertechnik, Shuttle-System und Warehouse Control System kommen aus einer Hand.

Mascot: 11.500 Stellplätze in Almere

Beim Arbeitskleidungsspezialisten Mascot im niederländischen Almere entsteht ein automatisiertes Palettenlager mit rund 11.500 Stellplätzen. Zehn Movu-4-Wege-Shuttles sollen dort für hohe Lagerdichte und schnelle Materialbereitstellung sorgen. Das Unternehmen befindet sich in einer Wachstumsphase. Das neue Lager soll die Grundlage für den weiteren Ausbau der Logistikprozesse bilden.

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Zielmarkt und Skalierbarkeit

Jungheinrich sieht eine stark wachsende Nachfrage in den Bereichen Food und Beverage, Tiefkühllogistik und Third-Party-Logistics. Gerade in der Tiefkühllogistik ist Flächeneffizienz besonders wertvoll, weil gekühlte Kubatur teuer ist.

Ein erklärtes Ziel der Partnerschaft ist die Skalierbarkeit. Kunden sollen mit manuellen Lösungen starten und schrittweise auf höhere Automatisierungsgrade umstellen können, ohne das Gesamtsystem zu wechseln. Das senkt das Investitionsrisiko bei der Planung neuer Lagerkapazitäten.

Einordnung

Die Kooperation folgt einer im Anlagenbau vertrauten Logik: Systemführerschaft statt Komponentenlieferung. Für Betreiber von Produktions- und Distributionslagern bedeutet das einen Ansprechpartner für ein komplexes Gesamtsystem. Ob das in der Praxis die Projektlaufzeiten tatsächlich verkürzt, werden die laufenden Installationen zeigen. Die Referenzprojekte bei Coppenrath und Wiese sowie Mascot sind dabei die ersten belastbaren Prüfsteine.