Ein Gespräch mit Marc Mucha, Geschäftsführer der am-entec GmbH, über die innovative Photovoltaik-Thermie-Technologie


Redaktion: Herr Mucha, die am-entec GmbH gehört zu den ersten Anbietern von PVT-Anlagen in der Region Mühldorf am Inn. Was hat Sie dazu bewogen, diese noch relativ unbekannte Technologie anzubieten?

Marc Mucha: Als Ingenieursbetrieb beobachten wir den Markt für erneuerbare Energien sehr genau. Die PVT-Technologie hat mich sofort fasziniert, weil sie ein fundamentales Problem löst: den Platzmangel auf Dächern. Viele unserer Kunden in Mühldorf müssen sich zwischen Photovoltaik oder Solarthermie entscheiden, weil die Dachfläche begrenzt ist. PVT-Anlagen vereinen beide Technologien und erreichen dabei einen Gesamtwirkungsgrad von 80 Prozent. Das ist revolutionär.

Redaktion: 80 Prozent Wirkungsgrad klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Wie funktioniert das genau?

Marc Mucha: Das ist tatsächlich physikalisch erklärbar. Herkömmliche Photovoltaik-Module wandeln nur 15 bis 20 Prozent der Sonnenstrahlung in Strom um. Der Rest wird als Wärme „verschwendet“ – oder besser gesagt, war bisher ungenutzt. PVT-Module haben auf der Rückseite einen Wärmetauscher, der diese Abwärme nutzt und zusätzlich noch Wärme aus der Umgebungsluft gewinnt. So kommen wir auf 15 bis 20 Prozent elektrisch plus 60 bis 65 Prozent thermisch – zusammen eben 80 Prozent. Das Geniale ist: Die Kühlung der PV-Zellen macht diese sogar effizienter, der Stromertrag steigt um weitere 6 bis 20 Prozent.

Redaktion: Sie sprechen von „Wärme aus der Umgebungsluft“. Funktioniert das auch im bayerischen Winter?

Marc Mucha: Absolut! Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. PVT-Kollektoren funktionieren nicht nur bei direkter Sonneneinstrahlung. Sie können sogar bei bewölktem Himmel oder in der Nacht Wärme aus der Umgebungsluft extrahieren – ähnlich wie eine Luftwärmepumpe. Im Winter haben wir in Mühldorf oft klare, kalte Tage mit viel diffusem Licht. Perfekte Bedingungen für PVT-Anlagen. Wir haben Anlagen gemessen, die selbst bei -5°C noch Wärme produzieren.

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Redaktion: Wie sehen Sie die Marktentwicklung? PVT-Anlagen sind ja noch sehr neu am Markt.

Marc Mucha: Der Markt steht kurz vor dem Durchbruch. Was wir heute bei PVT erleben, ist ähnlich wie bei der Photovoltaik vor 15 Jahren. Damals haben auch viele gesagt: „Zu teuer, zu kompliziert.“ Heute ist PV Standard. Bei PVT haben wir den Vorteil, dass die Komponenten bereits erprobt sind – wir kombinieren nur bewährte Technologien intelligent. Die Preise fallen rapide, während die Förderung mit bis zu 70 Prozent so attraktiv ist wie nie. Deutsche Hersteller wie Sunmaxx produzieren bereits über 100.000 Module jährlich. Das ist keine Nischentechnologie mehr.

Redaktion: Sprechen wir über Kosten. Was muss ein Hausbesitzer in Mühldorf für eine PVT-Anlage investieren?

Marc Mucha: Das kommt natürlich auf die Anlagengröße an. Ein typisches System für ein Einfamilienhaus kostet komplett installiert etwa 25.000 bis 35.000 Euro. Das klingt erstmal viel, aber mit der aktuellen Förderung zahlen Sie oft nur 8.000 bis 15.000 Euro selbst. Diese amortisieren sich durch die Energiekosteneinsparung in 6 bis 10 Jahren. Danach produziert die Anlage weitere 15 bis 20 Jahre praktisch kostenlosen Strom und Wärme. Unterm Strich machen unsere Kunden über die Lebensdauer 30.000 bis 50.000 Euro Gewinn.

Redaktion: Die Kombination mit Wärmepumpen wird oft als ideal bezeichnet. Warum?

Marc Mucha: PVT-Wärmepumpen-Systeme sind das Nonplusultra der Heiztechnik. Die JAZ – also die Jahresarbeitszahl – liegt bei 4,16. Das bedeutet, aus einer kWh Strom werden 4,16 kWh Wärme. Keine andere Wärmepumpen-Technologie erreicht das. Der Trick ist, dass die PVT-Kollektoren als Wärmequelle dienen und gleichzeitig den Strom für die Wärmepumpe liefern. Im Sommer speisen wir Überschussstrom ein, im Winter nutzen wir die thermische Energie. Und das Beste: Das System arbeitet völlig geräuschlos. Keine Außeneinheit, die die Nachbarn stört.

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Redaktion: Welche Herausforderungen sehen Sie bei der Installation in Mühldorf am Inn?

Marc Mucha: Mühldorf bietet eigentlich ideale Bedingungen. Die Sonnenstunden sind ausgezeichnet, die Bebauung ist aufgelockert, Verschattungen sind selten ein Problem. Die typischen Sattel- und Pultdächer eignen sich perfekt für PVT-Installation. Die größte Herausforderung ist eher das Bewusstsein. Viele Hausbesitzer kennen PVT noch nicht und denken in den alten Kategorien „entweder Photovoltaik oder Solarthermie“. Unser Job ist es, zu zeigen, dass es auch anders geht.

Redaktion: Stichwort Wartung – sind PVT-Anlagen wartungsintensiv?

Marc Mucha: Überhaupt nicht. PVT-Anlagen sind sogar wartungsärmer als separate Systeme, weil Sie nur ein System statt zwei haben. Die Photovoltaik-Seite ist praktisch wartungsfrei, die thermische Seite braucht alle 4 Jahre eine Inspektion – das schreibt die DIN VDE vor. Wir bieten Fernüberwachung an, so können wir Probleme oft beheben, bevor der Kunde sie überhaupt bemerkt. Die Module sind für über 25 Jahre Betrieb ausgelegt.

Redaktion: Was raten Sie Hausbesitzern, die sich für eine PVT-Anlage interessieren?

Marc Mucha: Zögern Sie nicht zu lange! Die aktuelle Förderkulisse ist einmalig gut. 70 Prozent staatlicher Zuschuss gibt es so schnell nicht wieder. Gleichzeitig steigen die Energiepreise kontinuierlich – jede Verzögerung kostet Geld. Lassen Sie sich unverbindlich beraten. Wir kommen gerne zu Ihnen nach Hause und schauen uns Ihr Dach an. In 90 Prozent der Fälle ist eine PVT-Anlage wirtschaftlich sinnvoll. Und Sie tun etwas für die Umwelt und für die Energieunabhängigkeit unserer Region.

Redaktion: Abschließend: Wo sehen Sie die am-entec GmbH in fünf Jahren?

Marc Mucha: Wir wollen der führende PVT-Spezialist in Ostbayern werden. Die Technologie wird sich durchsetzen – davon bin ich überzeugt. Wir investieren kontinuierlich in Weiterbildung und neue Technologien. Aktuell schulen wir unsere Mitarbeiter für die neueste Generation von PVT-Modulen mit noch höheren Wirkungsgraden. Unser Ziel ist es, dass jeder Hausbesitzer in Mühldorf und Umgebung weiß: Wenn PVT, dann am-entec. Dafür arbeiten wir jeden Tag.

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Redaktion: Herr Mucha, vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch.

AM Entec GmbH
Hinzing 2
84573 Schönberg

Tel.: +49 (0) 8637 – 35 99 960
E-Mail: info@am-entec.de

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