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Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan reist Mitte August mit einer Delegation aus der deutschen Energie- und Gesundheitsbranche nach Indonesien. Deutschland will Marktanteile in Südostasiens größter Volkswirtschaft gewinnen, die es bislang kaum besetzt hat.

20 Milliarden Dollar für die Energiewende in Indonesien

Deutschland treibt gemeinsam mit Japan eine internationale Energiepartnerschaft mit Indonesien voran. Über diesen Rahmen sollen insgesamt rund 20 Milliarden US-Dollar mobilisiert werden. Die Mittel kommen je zur Hälfte aus öffentlichen und privaten Quellen. Über 90 Prozent fließen als Kredite, die schrittweise zurückgezahlt werden.

Das Geld soll den Ausbau erneuerbarer Energien finanzieren, dazu kommen Investitionen in Stromnetze und Verbesserungen der regulatorischen Rahmenbedingungen im Land. Für deutsche Unternehmen soll das den Einstieg erleichtern.

Indonesien ist mit rund 280 Millionen Einwohnern der viertbevölkerungsreichste Staat der Welt. Allein die Metropolregion Jakarta umfasst etwa 42 Millionen Menschen. Das Land gilt als strategisch bedeutsame Mittelmacht, die im Spannungsfeld zwischen China und den USA an Gewicht gewinnt.

Siemens und Bayer als Anker, aber kaum Breite

Unternehmen wie Siemens und Bayer sind in Indonesien bereits präsent. Die Breite des deutschen Engagements in der Region ist dennoch gering. Die Ministerin räumt ein, dass die Zurückhaltung deutscher Firmen im globalen Süden weiterhin ausgeprägt ist.

Die Delegation soll daran etwas ändern. Entwicklungspolitische Gespräche und wirtschaftliche Planung sollen künftig früher zusammengeführt werden. Unternehmen sollen nicht erst dann eingebunden werden, wenn Rahmenbedingungen bereits verhandelt sind.

Entwicklungspolitik als Marktöffner

Der Ansatz steht für eine inhaltliche Verschiebung in der deutschen Entwicklungspolitik. Fördergelder und diplomatische Beziehungen sollen gezielt genutzt werden, um deutschen Unternehmen in wirtschaftlich attraktiven Schwellenländern Türen zu öffnen. Indonesien gilt dabei als Testfall.

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Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat nach eigenen Angaben eine Auswahl von Partnerländern mit besonderem Wirtschaftspotenzial identifiziert. Indonesien steht auf dieser Liste. Andere Zielregionen liegen auf dem afrikanischen Kontinent.

Für Einkäufer und Produktionsverantwortliche in der Energiebranche bedeutet das: Die Bundesregierung schafft politische Infrastruktur für Markteintritte, die bisher an fehlenden Kontakten und unklaren Rahmenbedingungen gescheitert sind. Wer in Südostasien Lieferketten aufbauen oder Projekte im Bereich erneuerbare Energien verfolgt, findet in dieser Initiative einen staatlich vorbereiteten Boden.

Fazit

Die Mission nach Indonesien ist kein Entwicklungshilfeprojekt klassischer Art. Sie ist ein Instrument der Außenwirtschaftspolitik, das mit öffentlichen Krediten und politischem Kapital operiert. Ob daraus konkrete Aufträge und Investitionsflüsse folgen, hängt von der Bereitschaft der deutschen Wirtschaft ab, das Engagement auch zu nutzen.