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Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im August 2026 zum vierten Mal in Folge gestiegen. Das Münchner Forschungsinstitut verzeichnete einen Anstieg um 2,1 Punkte auf 88,8 Punkte. Befragt werden monatlich rund 9.000 Unternehmen aus Industrie, Bau und Handel. Die Richtung stimmt, doch von einem breiten Aufschwung spricht niemand.

Lapp: Europäische Werke ausgelastet, anderswo noch Luft

Das Stuttgarter Familienunternehmen Lapp steht exemplarisch für diese Stimmungslage. Der Hersteller von Kabeln und Verbindungssystemen fertigt an 27 internationalen Standorten, darunter in den USA und Indien. Die europäischen Werke sind nach eigenen Angaben ordentlich ausgelastet. An anderen Standorten gibt es noch freie Kapazitäten.

Das Unternehmen berichtet von ersten positiven Signalen nach einer längeren Schwächephase. Die Auftragslage habe sich leicht verbessert. Einen Aufschwung sieht die Unternehmensführung darin nicht. Sie beschreibt es als möglichen Beginn einer schrittweisen Erholung.

Belastungen bleiben: Energie, Rohstoffe, Bürokratie

Trotz der verbesserten Stimmung bleibt die Kostensituation angespannt. Lapp nennt den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten als Ursache für hohe Rohstoff- und Transportkosten. Kurzfristig bereiten die Energiepreise die größten Sorgen. Sie wirken direkt auf Produktionskosten und Wettbewerbsfähigkeit.

Langfristig sieht das Unternehmen vor allem Bürokratie als Hemmnis, die das Investitionsklima spürbar beeinflusse. Dennoch hat Lapp in Ludwigsburg ein neues Logistik- und Dienstleistungszentrum gebaut. Die Investitionssumme liegt nach Unternehmensangaben im hohen zweistelligen Millionenbereich. Es handelt sich um die größte Einzelinvestition in der Firmengeschichte.

Bekenntnis zum Standort Deutschland

Deutschland ist der größte Einzelmarkt für Lapp. Das Unternehmen begründet sein Festhalten am Standort mit dem industriellen Mittelstand, dem Bildungssystem, der Verzahnung von Forschung und Wirtschaft sowie der geografischen Lage in Mitteleuropa. Die Unternehmensführung fordert strukturelle Reformen: wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie und eine Entlastung bei den Sozialabgaben.

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Zukunftsbranchen als Stütze der Konjunktur

Ein wesentlicher Faktor für Lapps Geschäftsentwicklung ist die Nachfrage aus Automatisierung, Robotik, erneuerbaren Energien und Elektromobilität. Diese Segmente wachsen und benötigen Kabel in großen Mengen. ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe bestätigt diesen Zusammenhang für die Gesamtwirtschaft. Digitalisierung und der Boom bei Künstlicher Intelligenz stützen die deutsche Industrie. Der Bau von Rechenzentren zieht erhebliche Investitionen nach sich.

KfW-Experte sieht strukturelle Widerstandsfähigkeit

Sebastian Wanke von KfW Research verweist auf die Resilienz der deutschen Unternehmen. Die Wirtschaft habe trotz geopolitischer Belastungen, darunter der Iran-Krieg und das Niedrigwasser des Rheins, eine bemerkenswerte Stabilität gezeigt. Diese Einschätzung deckt sich mit den ifo-Daten, die seit vier Monaten eine kontinuierliche Verbesserung anzeigen.

Fazit

Der Stimmungsindex zeigt nach oben, die Risiken bleiben. Energiekosten, Bürokratie und geopolitische Unsicherheiten belasten die Planungssicherheit. Unternehmen wie Lapp, die sich früh in wachsenden Segmenten positioniert haben, profitieren davon. Die Erholung ist vorsichtig zu bewerten: Die Richtung stimmt, der Boden ist noch nicht gefestigt.