Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Der Ifo-Exportklima-Index ist im August 2026 von minus 2,8 Punkten im Juli auf plus 9,6 Punkte gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Februar 2022, also seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine, und der stärkste Monatszuwachs seit Juni 2020.

Was hinter dem Stimmungsumschwung steckt

Das Münchener Ifo-Institut befragt regelmäßig Unternehmen aus der exportorientierten Industrie zu ihren Erwartungen. Der daraus berechnete Index misst die Exportstimmung, nicht die tatsächlichen Ausfuhren. Beides kann auseinanderfallen. Dennoch gilt der Index als verlässlicher Frühindikator für die reale Exportentwicklung in den Folgemonaten.

Als Haupttreiber nennt das Ifo-Institut zwei Faktoren: den Anstieg der Ausfuhren in die EU sowie hohe Investitionen in künstliche Intelligenz. Letztere kurbeln vor allem die Nachfrage nach elektronischen Komponenten, Datenverarbeitungsgeräten und optischen Erzeugnissen an.

Gewinner und Verlierer nach Branchen

Elektroindustrie und IT-Zulieferer profitieren

Besonders optimistisch zeigen sich Hersteller elektrischer Ausrüstungen sowie Produzenten von Datenverarbeitungsgeräten und elektronischen Erzeugnissen. Diese Segmente profitieren direkt von der globalen Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Rechenzentren, Netzwerkkomponenten und Halbleiterzubehör werden weltweit gebraucht. Deutsche Zulieferer in diesen Bereichen melden volle Auftragsbücher.

Automobilindustrie mit vorsichtigem Aufatmen

Auch die Automobilindustrie meldet verbesserte Exporterwartungen. Die Branche kämpft seit Jahren mit dem Strukturwandel zur Elektromobilität, mit Wettbewerbsdruck aus China und mit schwacher Binnennachfrage. Ein klarer Trendwechsel lässt sich aus der August-Umfrage noch nicht ablesen, aber die Richtung stimmt erstmals seit längerem wieder.

Ähnlich verhält es sich bei Herstellern von Metallerzeugnissen. Auch hier hellt sich die Stimmung auf.

Papiergewerbe und Metallerzeugung bleiben unter Druck

Schlechter sieht es im Papiergewerbe aus. Unternehmen in der Metallerzeugung und -bearbeitung rechnen ebenfalls mit rückläufigen Exporten. Beide Branchen leiden unter anhaltend hohen Energiekosten und schwacher Nachfrage aus bestimmten Abnehmermärkten.

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China bleibt ein Problem

Die Exporte nach China entwickeln sich weiter schwach. Das trifft vor allem den Maschinenbau und die Automobilindustrie. Chinesische Hersteller ersetzen zunehmend Importe durch eigene Produkte. Dieser Trend ist nicht konjunkturell, sondern strukturell bedingt und lässt sich durch eine verbesserte Exportstimmung in anderen Märkten nicht vollständig ausgleichen.

Makroökonomischer Hintergrund

Das Statistische Bundesamt meldete, dass das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2026 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen ist. Erwartet worden war lediglich ein Plus von 0,2 Prozent. Das Wachstum stützt sich auf starke Exporte und vergleichsweise hohe Unternehmensgewinne. Auch eine Belebung im Bausektor trägt dazu bei. Belastend wirkten Rückschläge infolge des Iran-Kriegs.

Der Exportsektor hat sich damit zu einer der wenigen stabilen Wachstumssäulen der deutschen Wirtschaft entwickelt. Die Binnennachfrage bleibt verhalten.

Fazit

Für Einkaufs- und Produktionsverantwortliche in exportorientierten Betrieben ist die Ifo-Erhebung ein positives Signal. Wer Kapazitäten für das EU-Geschäft vorhält oder ausbaut, liegt derzeit richtig. Die Nachfrage nach elektronischen und digitalen Komponenten bleibt hoch. Wer hingegen stark von China-Exporten abhängt oder im Papier- und Grundstoffbereich tätig ist, sollte die Stimmungsaufhellung nicht überinterpretieren. Der Index zeigt Erwartungen, keine Aufträge. Die strukturellen Herausforderungen in diesen Segmenten sind durch eine verbesserte Monatszahl nicht beseitigt.