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Hamburger Energienetze hat mit dem Bau einer zentralen Infrastrukturanlage für das Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz begonnen. Auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände Moorburg entsteht der sogenannte H2-Connector. Er soll das lokale Industrienetz HH-WIN mit einem Elektrolyseur sowie dem deutschen Wasserstoff-Kernnetz verknüpfen. Inbetriebnahme ist für Herbst 2027 geplant.

Druckregelung als Kerntechnik

Der H2-Connector gleicht die unterschiedlichen Betriebsdrücke zwischen dem übergeordneten Fernleitungsnetz und dem Hamburger Industrienetz aus. Das Fernleitungsnetz Hyperlink des Betreibers Gasunie arbeitet mit einem Druck von bis zu 70 Bar. HH-WIN ist auf maximal 25 Bar ausgelegt. Der Connector senkt den Druck entsprechend ab. In umgekehrter Richtung erhöht eine integrierte Verdichterstation den Druck auf über 70 Bar, um Wasserstoff ins Fernleitungsnetz einzuspeisen.

Die Anlage ist für erhebliche Durchsatzmengen dimensioniert. In der ersten Ausbaustufe kann der Connector stündlich bis zu 200.000 Normkubikmeter Wasserstoff ins Fernleitungsnetz exportieren. Der Import nach Hamburg ist mit bis zu 360.000 Normkubikmetern pro Stunde ausgelegt. Zum Vergleich: Das entspricht dem Verbrauch von 4.500 beladenen 40-Tonner-Lkw mit Wasserstoffantrieb bei Volllast.

Kosten und Förderung

Die Baukosten für den H2-Connector belaufen sich auf rund 22,6 Millionen Euro. Die Verdichterstation ist darin nicht enthalten, da sie sich noch in der Projektierungsphase befindet. Von den 22,6 Millionen Euro werden etwa 16,3 Millionen Euro über das EU-Förderprogramm IPCEI finanziert. IPCEI steht für „Important Projects of Common European Interest“ und bezeichnet ein Instrument der EU zur gezielten Förderung grenzüberschreitender Infrastrukturvorhaben im Industriebereich.

Netzausbau läuft parallel

HH-WIN befindet sich ebenfalls im Aufbau. Das Netz soll bei Inbetriebnahme im Herbst 2027 eine Länge von 40 Kilometern haben und Industrieareale rund um den Hamburger Hafen versorgen. Gut die Hälfte dieser Trasse ist bereits fertiggestellt, die übrigen Abschnitte sind in Bau oder in der Auftragsvergabe. Bis 2031 ist eine Erweiterung auf 60 Kilometer geplant.

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Das Netz richtet sich an industrielle Großabnehmer in der Hafenregion. Dazu zählen energieintensive Betriebe aus der Chemie, der Stahlindustrie und der Logistik, die fossile Energieträger schrittweise ersetzen wollen oder müssen.

Mehrere Einspeisepunkte geplant

Der H2-Connector ist auch darauf ausgelegt, Wasserstoff aus einer lokalen Elektrolyseanlage aufzunehmen und künftig Lieferungen über den Hamburger Hafen einzubinden. HH-WIN soll damit unabhängig von einer einzelnen Quelle betrieben werden können.

Fazit

Mit dem Baustart des H2-Connectors in Moorburg schreitet die Hamburger Wasserstoffinfrastruktur konkret voran. Für Industrieunternehmen im Großraum Hamburg, die Versorgungssicherheit und Bezugsalternativen bei Wasserstoff planen, wird der Zeitplan 2027 damit greifbarer. Das Projekt zeigt zugleich, welchen Investitionsumfang Netzanbindungen in diesem Segment erfordern: allein für den Connector ohne Verdichterstation rund 22,6 Millionen Euro.