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Wer als Fachkraft in der Energiewirtschaft arbeitet, verdient deutlich mehr als im Baugewerbe. Das zeigt der Gehaltsreport Bau und Energie 2026 des Personaldienstleisters Hays. Befragt wurden 1.160 Fach- und Führungskräfte in technischen Berufen im ersten Quartal 2026. Die Ergebnisse liefern Personalverantwortlichen in Bau, Anlagenbau und Energieversorgung konkrete Orientierungswerte.
Energiewirtschaft vorn, Baugewerbe am Ende
Das durchschnittliche Fixgehalt von Fachkräften ohne Personalverantwortung unterscheidet sich je nach Branche erheblich. In der Energiewirtschaft beträgt es 62.000 Euro im Jahr. Ingenieurbüros zahlen 57.400 Euro, der Anlagenbau 56.800 Euro. Das Baugewerbe liegt mit 53.600 Euro am unteren Ende. Die Differenz zwischen Energiewirtschaft und Baugewerbe beträgt 8.400 Euro, das entspricht knapp 16 Prozent.
Im Baugewerbe verdient das untere Viertel der befragten Fachkräfte weniger als 42.000 Euro jährlich. Das Gesamtgehalt inklusive variabler Bestandteile liegt branchenübergreifend bei durchschnittlich 59.700 Euro. Der Median über alle vier Branchen beträgt 55.000 Euro Fixgehalt.
Variable Vergütung: nicht überall Standard
Variable Gehaltsbestandteile wie Boni sind ungleich verteilt. Im Baugewerbe erhalten laut Report knapp ein Drittel der Fachkräfte solche Zahlungen. In der Energiewirtschaft sind es 52 Prozent. Dort kann der variable Anteil zwischen 5 und 30 Prozent des Fixgehalts ausmachen. Der Maximalwert gilt nicht für alle Beschäftigten, sondern beschreibt die Spanne im Einzelfall.
Position schlägt Branche: Projektleitende an der Spitze
Neben der Branche bestimmt vor allem die Funktion das Einkommen. Fachkräfte in der Projektleitung erzielen branchenübergreifend das höchste Fixgehalt: im Durchschnitt 71.900 Euro. Mit variablen Bestandteilen kommen sie auf 75.600 Euro Gesamtgehalt. Bauleitende folgen mit 67.900 Euro Fixgehalt, Architekten mit 58.500 Euro. Montage und technischer Service liegen deutlich darunter.
Für Personalverantwortliche in Bau und Industrie bedeutet das: Wer Projektleitende halten will, konkurriert mit Gehaltsniveaus im oberen Bereich des Fachkräftespektrums. Gleichzeitig ist genau diese Gruppe besonders wechselbereit.
Wechselbereitschaft trotz gutem Gehalt
61 Prozent der befragten Fachkräfte können sich einen Arbeitgeberwechsel vorstellen, sofern die angebotene Vergütung ihren Erwartungen entspricht. Das durchschnittliche Wunschgehalt bei einem Wechsel liegt bei 72.000 Euro. Das sind rund 21 Prozent mehr als das aktuelle Gesamtgehalt. Selbst von den Fachkräften, die ihr Gehalt positiv bewerten, sind laut Report rund 40 Prozent wechselbereit.
Wechselbereitschaft ist damit keine reine Frage der Unzufriedenheit. Auch gut bezahlte Fachkräfte prüfen Alternativen. Hohe Grundgehälter allein schaffen keine Bindungssicherheit.
Rahmenbedingungen: Region und Qualifikation zählen
Westdeutschland weist laut Report höhere Einkommensniveaus auf als Ostdeutschland. Auch Qualifikation und Unternehmensgröße beeinflussen das Gehalt. Bereichsleitende kommen branchenübergreifend auf ein Fixgehalt von durchschnittlich 99.500 Euro. Führungskräfte in der Energiewirtschaft verdienen in dieser Kategorie am besten.
Das Institut der deutschen Wirtschaft prognostiziert bis 2029 eine weitere Verschärfung des Fachkräftemangels. Für die Bauelektrik werden laut IW rund 17.400 unbesetzte Stellen erwartet. Der Arbeitsmarkt für Ingenieure differenziert sich dabei stark nach Fachrichtung. In Bau, Infrastruktur, Gebäudetechnik und Energieversorgung bleibt die Nachfrage nach qualifizierten Kräften hoch.
Fazit
Der Gehaltsreport 2026 beziffert den Abstand zwischen Energiewirtschaft und Baugewerbe in konkreten Zahlen. Für Unternehmen im Bauwesen verschärft sich damit der Wettbewerb um Fachkräfte, besonders in der Projektleitung. Eine Vergütung unterhalb von 70.000 Euro Gesamtgehalt dürfte für erfahrene Projektleitende kaum noch ausreichen, um Wechselüberlegungen zu stoppen. Wer Stellen in diesem Segment besetzen oder halten will, sollte Gehaltsstrukturen und variable Anteile mit den Marktdaten abgleichen.




















