Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Produktions-KI, die selbst handelt statt nur Empfehlungen auszugeben: German Edge Cloud (GEC) hat gemeinsam mit dem Schweizer Technologiepartner Phoeniqs drei spezialisierte Industrial AI Agents vorgestellt. Sie sind als Erweiterung des Oncite Digital Production System (DPS) konzipiert und sollen konkrete Aufgaben in Produktion, Engineering und Energiemanagement übernehmen.
Drei Agenten, drei Aufgabenbereiche
GEC benennt die drei Agenten nach ihren Funktionen. Pareto übernimmt Root-Cause-Analysen und unterstützt bei Schichtübergaben. Root-Cause-Analyse bezeichnet die strukturierte Suche nach der eigentlichen Fehlerursache in einem Prozess. Daedalus ist für Digital Industrial Engineering und Wissensmanagement zuständig. Sentinel überwacht Qualitäts-, Energie- und Produktionskennzahlen und meldet kritische Abweichungen.
Die Agenten greifen auf Maschinen-, Prozess- und Qualitätsdaten zu, die das Oncite DPS aus dem Shopfloor zusammenführt. Bestehende MES- und ERP-Systeme lassen sich anbinden. MES steht für Manufacturing Execution System, also die Fertigungssteuerungsebene zwischen Shopfloor und ERP. GEC betont, dass gewachsene Produktionslandschaften dafür nicht grundlegend umgebaut werden müssen.
Datensouveränität als konstruktives Merkmal
Der Betrieb der Agenten erfolgt auf der Phoeniqs AI Platform. Phoeniqs baut dafür derzeit eine eigene Cloud-Region mit mehreren Rechenzentrumsstandorten in Deutschland auf. Unternehmen behalten die Kontrolle über ihre Daten und Modelle. Rollen- und Berechtigungskonzepte legen fest, auf welche Informationen ein Agent zugreifen darf und welche Aktionen er ausführen kann.
Phoeniqs ist in der Schweiz ansässig und hat sich auf souveräne Hochleistungs-Computing-Lösungen spezialisiert. Der Telekomanbieter Sunrise setzt die KI-Infrastruktur des Anbieters bereits ein. Die Partnerschaft mit GEC ist der erste bekannte Einsatz im industriellen Produktionsumfeld.
Agentic Factory: Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine
GEC spricht von einer sogenannten Agentic Factory. Gemeint ist eine Fertigungsumgebung, in der KI-Agenten definierte Prozessschritte eigenständig anstoßen, während Fachkräfte die Kontrolle über Entscheidungen behalten. Das unterscheidet diesen Ansatz von klassischen Assistenzsystemen, die lediglich Vorschläge liefern.
Governance-Regeln begrenzen den Handlungsspielraum der Agenten. Was ein Agent darf und was nicht, wird vorab durch das Unternehmen festgelegt. Dieser Rahmen ist technisch in die Plattform integriert, keine optionale Ergänzung.
Was das für Produktions- und IT-Verantwortliche bedeutet
Für Betriebe, die das Oncite DPS bereits einsetzen, ist die Integration der Agenten als modulare Erweiterung gedacht. Wer das System noch nicht nutzt, muss zunächst die Datenbasis schaffen: Das Oncite DPS muss Maschinen-, Qualitäts- und Prozessdaten strukturiert erfassen, bevor die Agenten sinnvoll arbeiten können.
Der Betrieb auf deutschen Rechenzentrumsstandorten spricht Unternehmen an, die ihre Produktionsdaten nicht in US-amerikanische oder asiatische Infrastrukturen geben wollen. Für Betriebe mit sensiblen Fertigungsdaten oder Kunden aus dem Rüstungs- und Automotive-Bereich kann das ein ausschlaggebendes Kriterium sein.
Fazit
GEC und Phoeniqs setzen mit den Industrial AI Agents auf ausführende KI statt reiner Datenvisualisierung im Produktionsumfeld. Die Architektur setzt auf Datensouveränität und klar begrenzte Agenten-Autonomie. Ob das Modell in der Breite skaliert, hängt davon ab, wie schnell Betriebe die notwendige Datenbasis aufbauen und wie verlässlich die Governance-Konzepte im Alltag funktionieren.



















